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"Die Erinnerung wachhalten"

09.05.2005, Von Martin R. Handschuh — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gottesdienst zum 60. Jahrestag der Kapitulation in der Lutherkirche

NÜRTINGEN. Als gestern Abend die Glocke der alten, im Krieg zerstörten Lutherkirche zögerlich-wehmütig ihre Stimme erhoben hatte, wurde den Besuchern des Gedenk-Gottesdienstes eindringlich bewusst, welche Stunde geschlagen hatte: Der Tag des Inkrafttretens der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht beendete am 8. Mai 1945 die Kampfhandlungen auf deutschem Boden.

Auch heute, 60 Jahre später, leben die Erinnerungen fort an jene Geschehnisse, die bei vielen diametral entgegengesetzte Empfindungen ausgelöst haben: Zum einen bedeutete die „Stunde null“ eine Niederlage. An die Stelle des Traums vom „tausendjährigen Reich“ trat ein Vakuum, die Ungewissheit, was werden sollte. Zum anderen war der 8. Mai der Tag der Befreiung für alle, die unter der Diktatur und den Kriegsfolgen zu leiden hatten, die Hoffnung auf Frieden konnte aufkeimen.

Eben diese Ambivalenz war in dem gestrigen Gottesdienst spürbar. Pfarrerin Barbara Brückner-Walter hatte zum stillen Nachdenken, zum öffentlichen Bekennen und Erinnern eingeladen, die Liturgie bezog Momente von Schmerz und Trauer ebenso ein wie Hoffnung und Vertrauen auf den ewigen Frieden.

Fünf Menschen, die auf ganz unterschiedlichen Wegen in Nürtingen Heimat gefunden hatten, berichteten als Zeitzeugen von selbst Erlebtem oder dem, was sie durch ihre Eltern vom Krieg und dessen Ende erfahren hatten.


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