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Ausnahmezustand in Neuhausen: Tausende Narren zogen beim 52. Fasnetsumzug durch die Straßen

16.02.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dass Neuhausen eine Narrenhochburg ist, das lässt sich nicht leugnen. Höhepunkt der närrischen Zeit in der Gemeinde auf den Fildern ist der tradtionelle Fasnetsumzug, der am Sonntag wieder ein Publikumsmagnet war. Zum nunmehr 52. Mal zogen etliche Narren, Hexen, Guggenmusiker, Garden und sonstige Hästräger durch die Straßen und steckten die Besucher mit ihrer närrischen Stimmung an. Und die Gemeinde war darauf vorbereitet, denn viele der rund 25 000 Besucher kamen entsprechend verkleidet. Garagen wurden da umfunktionalisiert zu Getränkeständen, Balkone zu Logen mit dem besten Ausblick, Vorgärten bestückt mit Gartenstühlen und Kühlschrank. Zu sehen gab es 80 verschiedene Gruppen aus dem ganzen Bundesgebiet. Und auch wenn so manche Gruppe Hunderte Kilometer Anfahrt hatte, die meisten stammten aus dem Verbreitungsgebiet, wie die Hexabanner der Narrenzunft Wolfschlugen oder die Gartenzwergla Unterensingen (Schlachtruf „Schäufele, Schäufele – hack, hack, hack“). Wobei der wichtigste Schlachtruf wohl war „Auf die Pauke haut’se – Bauze, Bauze“ – der Ruf des Narrenbunds Neuhausen, der mit stolzen 19 eigenen Gruppen angetreten war. Wer bei einem Faschingsumzug dabei ist, der weiß, was ihn erwarten kann. Die Guggenmusiker waren froh gestimmt, aber die Hexen und Narren trieben ihren Unfug: Vor allem junge Damen landeten hin und wieder in einem sich drehenden Vogelkäfig, wurden wie ein Tannenbaum in einem Netz eingepackt und gerne auch mal verschleppt und angemalt. Da wurden Schuhe geklaut, Schnürsenkel verknotet, Beine mit Kabelbindern fixiert. Doch natürlich wird niemand gegen seinen Willen schikaniert, das ist dem Narrenbund Neuhausen als Veranstalter eine Regel. Natürlich gab es aber auch gutmütige Hästräger, die die jüngsten Besucher mit Kamellen und Bonbons versorgten oder auch mal einer älteren Dame eine Rose überreichten. Gardegruppen durften nicht fehlen, Prinzen und Prinzessinnen ließen sich standesgemäß kutschieren. Und auch wenn es im Süden Deutschlands traditionell weniger politisch zugeht als beim Karneval in Köln, etwas Spott durfte nicht fehlen. So zog beispielsweise ein Panzer durch die Gemeinde, in knalligem Pink. Liebevoll mit „Ursulas Krabbelgruppe“ beschrieben, zielte man hier auf die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ab, die die Bundeswehr familienfreundlicher gestalten möchte. Nach dem Umzug, der über zwei Stunden dauerte, war in Neuhausen jedoch noch lange nicht alles vorbei. Die Fasnet ging weiter, in Gaststuben, Hinterhöfen und Kellern. Denn Fasnet, das können sie auf den Fildern. Jüptner

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