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Wolfsmond

04.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) „Ianuarius, der Name desjenigen Monaths, mit welchem jetzo fast durchgehends das Jahr angefangen wird. Das Wort wird von dem Heydnischen Gott Iano hergeleitet, dem auch der erste Tag desselben heilig war, weil Ianus zugleich in die zukünfftige und in die vergangene Zeit sahe, oder von Ianua, weil dieser Monath gleichsam eine Thüre des Jahres sey“ – so steht es im Zedler, dem im 17. Jahrhundert meistverbreiteten Lexikon deutscher Sprache. Für Spezialisten sei auch die Stelle genannt: Band 14, Spalte 215. Die Orthographie weicht zugegebenermaßen hier und da von unserer etwas ab, aber die Duden’sche Einheitsrechtschreibung lag aus der Sicht der damaligen Lexikographen noch in weiter Ferne. Nicht so weit weg wie heute waren damals aber andere, wildere Gesellen, die – vor allem in Osteuropa – in Rudeln auftraten und im Winter ziemlich heiß auf Fleisch waren: die Wölfe! Während der schon erwähnte Zedler den Namen „Wolfsmonat“ mit dem November in Verbindung bringt, gilt in Pierers Universallexikon der Dezember als Isegrims Monat, weil der und seine Kumpel in diesem am gefährlichsten seien. In einigen Quellen wird der Wolf jedoch dem Januar zugeordnet, was wir ebenfalls für am wahrscheinlichsten halten. Nicht, weil, wie dort begründet, dies der Ranzmonat der Schauerheuler sei, was die Jagd auf sie erleichtert habe, sondern weil der erste Vollmond des Jahres den Kelten als der „Wolfsmond“ bekannt war, und sich solcherlei Mystizismen unter Menschen besonders lange halten.


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