Nürtingen

Wir schaffen das!

26.10.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Hoffnung kommt nicht mit einem Paukenschlag. Sondern auf leisen Sohlen. Etwa von zwei völlig unprätentiös auftretenden Ministerinnen, die ihr (Bildungs-)Fach offensichtlich verstehen und denen man einfach abnimmt, dass es ihnen nicht um Ideologie, sondern um die Sache geht: Johanna Wanka und Susanne Eisenmann machten bei ihrer Stippvisite zur Nürtinger Mörikeschule eine glänzende Figur. Bei ihnen ist „Bildung“ kein politischer Kampfbegriff, sondern Wegweiser in eine gute Zukunft.

Die Hoffnung nährt sich aber auch von jungen Südeuropäern, die Kekshäuschen basteln. Oder afghanischen Jungen, die Draht in Blumen verwandeln oder sich gegenseitig beibringen, wie man eine Schlinge um einen verwundeten Arm legt. Denn: Sie alle reden mit dem Mann von der Zeitung Deutsch. Obwohl sie erst kurze Zeit da sind. In ihren Augen spiegelt sich die Motivation, die Begeisterung für das Land, in dem sie jetzt leben können. Das würde man auch denen wünschen, in deren Augen man nur Angst und Verzagtheit sieht, jenen, die schon ewig in diesem Land leben, dem sie aber offensichtlich nichts mehr zutrauen.

Angela Merkel hatte und hat Recht: Wir schaffen das! Dann, wenn wir uns Mühe geben. Dann, wenn wir ein Ziel haben. Dann, wenn wir uns was zutrauen. Manchmal ist Hoffnung eben eine Blume aus Draht.

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