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Nürtingen

Wer zahlt die Medizin?

13.01.2012, Von Andreas Warausch — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Diagnose für die Nürtinger Notfallpraxis war im Sommer alles andere als gut. „Akuter Geldmangel“ stand auf dem Krankenblatt. Und der führt in Zeiten wie diesen meist unweigerlich zum Exodus. So hatte die Einrichtung nur noch ein paar Monate zu leben. Für eine endgültige Heilung hätte nur eine kräftige Finanzspritze sorgen können. Doch die war und ist in weiter Ferne. Die strukturellen Probleme des Gesundheitssystems erzeugen Kostendruck. Am Ende sind die Leidtragenden die Bürger. Einen Weg von bis zu 30 Kilometern bis zur nächsten Notfallpraxis empfindet der Gesetzgeber als zumutbar. An Wochenenden hätten die Bürger also eben nach Bonlanden oder Kirchheim fahren müssen. Und was ist mit der wohnortnahen Versorgung? Um die langfristig zu sichern, bleiben Kostenträger und Politik in der Pflicht. 98 Prozent der Notfallpraxen arbeiten defizitär. Das spricht Bände. Es kann nicht sein, dass die niedergelassenen Ärzte als Gesellschafter alleine die teure Medizin bezahlen müssen.

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