Nürtingen

Urnengemeinschaftsgrabfeld in Reudern eingeweiht

27.10.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In der Bestattungskultur findet seit geraumer Zeit ein Wandel statt, nur noch rund ein Drittel Erdbestattungen und zwei Drittel Feuerbestattungen verzeichnen Bestatter und Friedhofsgärtner. Deshalb wurde gestern auf dem Reuderner Friedhof nach dem Grabfeld auf dem Waldfriedhof das zweite Urnengemeinschaftsgrabfeld in Nürtingen eingeweiht. Es besteht aus 14 Reihengräbern mit liegenden Kissensteinen und 14 Wahlgräbern mit Stelen. Bei Letzteren ist auch die Bestattung einer zweiten Urne möglich. „Immer mehr Angehörige wohnen weit weg, die Grabpflege ist somit oft erschwert“, sagte Steinmetz Ulrich Besemer, der die verschiedenen Möglichkeiten vorstellte. Auch Silke Hoss von der Arbeitsgemeinschaft der Nürtinger Friedhofsgärtner betonte, man wolle den Hinterbliebenen mehr Möglichkeiten der Flexibilität bieten. Der Trend zum Gemeinschaftsgrabfeld vereint die jahrhundertealte Tradition, Gräber zu bepflanzen, die Pflege übernehmen komplett die Friedhofsgärtner. In Reudern war das Interesse groß, circa 40 ältere Menschen informierten sich bei den anwesenden Nürtinger Gärtnern und Steinmetzen über diese Form der Bestattung. Ortsvorsteherin Marietta Weil begrüßte die Anwesenden gestern Nachmittag. Vor zwei Jahren hatte der Reuderner Ortschaftsrat den Beschluss zum Bau dieses Grabfeldes gefasst. Die Reihengräber haben eine feste Laufzeit über 15 Jahre, die Wahlgräber können auch verlängert werden. Die kreisrunde Form in der Mitte des elliptischen Feldes bietet ein gestalterisches Element und die Möglichkeit, Kränze abzustellen. Im Frühjahr nächsten Jahres sollen noch zwei Sitzbänke aufgestellt werden. Hier kann man verweilen und auch ins Gespräch kommen. jh

Nürtingen