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Nürtingen

Unterbringung auf Bewährung

18.07.2018, Von Sabine Försterling — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mann darf weiter bei Mutter leben – Sicherheitsnetz für psychisch Kranken

NÜRTINGEN/STUTTGART. Der Beschuldigte könne von Glück reden, dass er die Depot-Spritzen mit den notwendigen Medikamenten vertrage, meinte die Vorsitzende Richterin der 18. Großen Strafkammer am Landgericht Stuttgart, Manuela Haußmann. Das gebe eine gewisse Sicherheit bei der Behandlung des an einer schizophrenen Psychose leidenden 45-Jährigen.

Denn wenn der gelernte Industriekaufmann in der Vergangenheit seine Tabletten nicht eingenommen hatte, hörte er Stimmen und wurde aggressiv. Aber bisher nur gegenüber seinen Eltern. Insbesondere die Mutter hatte der Beschuldigte im März vergangenen Jahres attackiert und an den Augen schwer verletzt.

Die Kammer ordnete deswegen zwar die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung an, setzte die Vollstreckung jedoch zur Bewährung aus. Diese hatte auch der psychiatrische Sachverständige im Verfahren befürwortet. Der 45-Jährige muss sich nun – wie bisher auch geschehen – alle drei Wochen eine Spritze beim behandelnden Arzt geben lassen und zusätzlich die verordneten Tabletten einnehmen. Ansonsten wird die Bewährung nämlich widerrufen. Der Sohn wohnt übrigens nach dem Vorfall wieder bei seiner Mutter in der gemeinsamen Wohnung in Nürtingen.

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