Nürtingen

Unbekannte Mächtige

17.04.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(jg) Die Wiege des Ländles (zumindest des östlichen Teils) steht in Beutelsbach. Wenigstens wurde dessen erster Herr dort gezeugt. Auch der Bruder von Konrad von Wirtinisberc, der als der I. in die Landesgeschichte eingehen sollte, machte Karriere: Bruno wurde zum Abt von Hirsau, einem der bedeutendsten Klöster der damals bekannten Welt, gewählt.

Ihn zog es von seinem Elternhaus (oder besser gesagt: seiner Elternburg), das (oder die) heute im Gebiet einer Kommune mit dem eher profanen Namen Weinstadt liegt, weg – allerdings nur ein paar Kilometer entfernt: 1083 ließ er auf dem Wirtenberg (heute in Untertürkheim) eine Burg erbauen. Und benannte sich selbst nach ihr.

Viel bekannt ist indes nicht von ihm. Er taucht in Urkunden nur als Zeuge bei diversen Verträgen auf – unter anderem in dem in Bempflingen geschlossenen, bei dem die beiden Brüder und Grafen Kuno von Wülflingen (gestorben 1092) und Liutold von Achalm (verblichen 1098) einerseits und ihr Neffe Graf Werner IV. von Grüningen andererseits ihr Erbe regelten. Darin ging es nicht zuletzt um das Kloster Zwiefalten.

Obwohl Konrad als Stammvater des Hauses Württemberg gilt, sind keine großen Taten von ihm überliefert. Er soll jedoch Anhänger des Papstes Gregor VII. und Gegner des Kaisers Heinrich IV. gewesen sein. Das Hirsauer Schenkungsbuch nennt ihn indes einen „mächtigen Mann unter den Schwaben“.

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