Nürtingen

Studentenmund

18.09.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(bg) Studenten haben zu viel Freizeit, so lautet ein altes Vorurteil. Sie haben zum Beispiel genügend Freizeit, um sich lustige Namen für die Bauwerke ihrer Alma Mater auszudenken, anstatt nur in ihnen zu sitzen und Wissen aufzusaugen. Dabei ist den Flegeln und Flegelinnen absolut nichts heilig. Wie könnte man sonst auf die Idee kommen, den architektonisch in einer kühnen Dreiecksform gehaltenen Bau der Kieler Universitätskirche als „Gebetsabschussrampe“ zu bezeichnen?

Der stolze klassizistische Zentralbau der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle, offiziell als Löwengebäude bekannt, wird von den Studenten als „Kaffeemühle“ bezeichnet. In Bremen hingegen wird das Hörsaalgebäude als „Keksdose“ schlimm verunglimpft. Dabei handelt es sich um einen schmucken braunen Zweckbau aus den 60er- oder 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

In augenfreundlichem Rosa kommt das Gebäude der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität daher. Und was machen die Studenten? Haben nichts Besseres zu tun, als das Gebäude „Schweinchenbau“ zu nennen. Den Studierenden kann man es aber auch nicht recht machen. In Mainz wird ihnen an der Johannes-Gutenberg-Universität ein Gebäude in zarten Grüntönen zur Verfügung gestellt. Und wie sagen diese ungehobelten Menschen dazu? „Forsthaus“.

Wenigstens an der Nürtinger Hochschule geht noch alles mit rechten Dingen zu und die jungen Leute konzentrieren sich auf das Studieren. Oder kennt jemand einen Spitznamen für ein Nürtinger Hochschulgebäude?

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