Nürtingen

Staub aufgewirbelt

07.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der große Wurf ist dem Nürtinger Gemeinderat bei den Haushaltsplanberatungen nicht gelungen. Vom Ziel der Konsolidierung der städtischen Finanzen ist man noch weit entfernt. Da können auch viele Worte, mit denen manche Kommunalpolitiker ihre Entscheidungen schönreden wollten, nicht darüber hinwegtäuschen. 150 000 Euro wurden in ein Gutachten investiert, von dem bisher nur wenig umgesetzt wurde.

Fakt bleibt, dass die im stillen Kämmerlein bei der Klausurtagung getroffenen Entscheidungen auf der Strecke geblieben sind. Die Vorschläge aus dem teuer bezahlten Imaka-Gutachten müssen nochmals genauer unter die Lupe genommen werden. Vor allem bei den Stadtteilen besteht erheblicher Beratungsbedarf. Offen bleibt dabei auch die Frage, warum Verwaltung und Stadträte nicht im Vorfeld einen Blick in die Eingemeindungsverträge geworfen und jetzt erst gemerkt haben, dass Klagen drohen könnten.

Viel Staub wurde im Zuge der Beratungen aufgewirbelt. Unmut ist auch in Kultur-Kreisen aufgekommen. Auch den hätte man vermeiden können. Wer den Willen zum Sparen bekundet, der muss auch zeigen, dass es ihm ernst ist. Klar kann man im Verlauf von Debatten seine Meinung ändern, das muss man jedem zugestehen. Man darf aber auch erwarten, dass sich Stadträte im Vorfeld ausreichend informieren.

Die nächsten Monate oder gar Jahre werden zeigen, wie lange sich die Nürtinger Stadträte zu ihrem eisernen Sparwillen bekennen oder ob sie schon vor der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2014 davon abweichen.

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