Nürtingen

Spätrömische Dekadenz

17.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(bg) Unlängst sprach Außenminister Guido Westerwelle davon, dass der, der anstrengungslosen Wohlstand verspreche, zu spätrömischer Dekadenz einlade. Heiner Geißler setzte noch eins drauf und erwähnte, dass man im spätrömischen Reich einen Esel zum Senator gemacht habe – und in Deutschland einen zum Außenminister. An dieser Stelle soll dazu einiges klargestellt werden. Zum einen wurde im Römischen Reich – und zwar mittendrin und nicht erst in der Spätantike – kein Esel, sondern ein besonders edles Ross zum Senator ernannt. Ernenner war der heutzutage übel beleumundete Kaiser Caligula (12 bis 41 nach Christus), der seinen Lieblingsgaul Incitatus zum Senator machte. Dabei handelte es sich mitnichten um einen besonders krassen Fall von Cäsarenwahn, sondern um einen brillanten Akt der Satire. Der Kaiser argumentierte nämlich, dass das Ross im Gegensatz zu den anderen Senatoren weder korrupt noch geschwätzig sei und obendrein noch niemandem ein Leid angetan habe. Drei Eigenschaften, die man nicht jedem Regierungsmitglied hierzulande nachsagen kann.

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