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Schickhardts Tod

19.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) „Unser Leben währet siebenzig Jahr . . .“, verkündet Martin Luthers Übersetzung eines biblischen Psalms. Heinrich Schickhardt stand bereits im 77. Lebensjahr, als ihn am 14. Januar 1635 in Stuttgart der Stich eines kaiserlichen Söldners tödlich traf. Ein unwürdiger Tod für einen geistig und schöpferisch tätigen Menschen, aber bezeichnend für die Geistlosigkeit eines jeden Krieges. Das Aufeinandertreffen des Architekten und seines Mörders spiegelt den Antagonismus des produktiv-konstruktiven Momentes der Bautätigkeit und des zerstörenden Prinzips des Krieges wider. Schickhardts Chef, Württembergs werter Herzog Johann Friedrich, wartete hinter Mömpelgards sicheren Mauern ab, bis die Luft rein war, während es, wie immer, die Untertanen wie sein Landbaumeister Schickhardt waren, die die Suppe, die ihnen die Oberen eingebrockt hatten, auslöffeln durften.


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