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Nürtingen

Namenstag

25.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) „-hard“ steht für hart, kräftig, ausdauernd, „Eber-„ bedarf wohl keiner weiteren Interpretation. Zusammengesetzt war und ist Eberhard auch heute noch ein Vorname, der sich in der Familie der abgedankten Grafen, Herzöge und Könige des ehemaligen Reichsteiles „Württemberg“ bleibender Beliebtheit erfreut. Varianten sind Ebert und im Niederdeutschen Everhard, Evert und Ewert. Aber dafür wollen wir uns hier mal nicht interessieren. „Bleibe im Lande“, heißt es, „und nähre dich redlich“. Nun hat die hiesige Bevölkerung über viele Generationen all jene Eberharde mehr als redlich ernährt, die der ehemaligen Herrscherfamilie entsprangen, sodass es nur recht und billig ist, wenn wir uns heute in Form von geistiger Nahrung, wie sie auch Historia spendet, ein wenig davon zurückholen. Natürlich haben auch andere Fürstenhäuser die eisenharten Schweinemännchen symbolhaft als Leitnamen für ihre Hoferben geführt, aber wer davon trug schon so illustre Beinamen wie „der Greiner“, „im Barte“ oder einfach – zur Unterscheidung vom „Älteren“ – „der Jüngere“, obwohl gerade diesem als Beiname „der Durchgeknallte“ wohl am besten angestanden hätte. Gut, für einen Nürtinger mag das jetzt ein wenig undankbar erscheinen, hatte der Oberspinner im Herzogsglanz doch wohl einen Narren (wie sinnig) an unserem Städtchen gefressen und ein Kapital von jährlich 25 Gulden für Nürtinger Hausarme gestiftet, aber der Lebenswandel des weibstollen Adligen erschien selbst seinen Standesgenossen untragbar. Konnte sein „im Barte“ gehender Vetter, wenn wir Justinus Kerner zu glauben bereit sind, sein Haupt furchtlos zum Schlafe in den Schoß eines jeden seiner Untertanen legen, hielten dem „Jüngeren“ Eberhard anlässlich seiner Absetzung als Herzog 1498 nur die Nürtinger die Treue. Am gestrigen Sonntag erinnerten wir uns dieses Teils der Landesgeschichte anlässlich des Namenstages aller Eberharde, der „Guten“ wie der „Bösen“, falls sich das so sagen lässt.

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