Nürtingen

Klinikbeschäftigte protestierten gegen Personalknappheit

25.06.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

An einem bundesweiten Aktionstag, zu dem die Gewerkschaft Verdi gestern die Beschäftigten an Krankenhäusern aufgerufen hatte, beteiligten sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisklinik Nürtingen-Kirchheim. Die bundesweite Protestkette sollte sich vom Norden bis Süden Deutschlands erstrecken und fand zum Auftakt der zweitägigen Bundesgesundheitsministerkonferenz in Bad Dürkheim statt, die dort ein neues Eckpunktepapier für den Gesundheitssektor beraten. In Nürtingen versammelten sich gestern Mittag rund 80 Beschäftigte vor dem Eingangsbereich der Klinik. Ihr etwa zehnminütiger Protest richtete sich gegen eine unzureichende Finanzierung der Kliniken durch die Bundesregierung, deren Absicht es sei, die Krankenhauslandschaft weiter auszudünnen. Die Bundesregierung mache Qualitätsvorgaben, wobei den Häusern, die sie nicht erfüllen können, die Schließung drohe. Gleichzeitig könne den Vorgaben bei der bestehenden Unterfinanzierung nur schwer nachgekommen werden. Auch sei der Erlös der Kliniken aus den Erstattungen der Krankenkassen nur für das Personal und den laufenden Betrieb gerechnet, viele Häuser müssten jedoch einen großen Teil der Investitionskosten erwirtschaften. Die Folge seien weitere Einsparungen zu Lasten des Personals. Nach einer Erhebung von Verdi fehlten in Kliniken 162 000 Beschäftigte, darunter 70 000 in der Pflege, was die Protestierenden mit Zahlen-Tafeln symbolisierten. Im nächsten Schritt gehe es darum, die Schulen ausfindig zu machen, die für inklusiven Unterricht über alle Schularten hinweg geeignet sind. Mit der Aktion sollte den Forderungen nach einem ausreichenden Personalschlüssel in Kliniken Nachdruck verliehen werden. Foto: Holzwarth

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