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Nürtingen

Kein Ruhmesblatt der Justizgeschichte

10.07.2008, Von Heinz Böhler — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Kein Ruhmesblatt der Justizgeschichte

Im Nürtinger Stadtmuseum wird der Prozess gegen den jüdischen Kaufmann Joseph Süß Oppenheimer aufbereitet

NÜRTINGEN. Das Urteil stand fest, lange bevor es gesprochen wurde: Tod durch den Strang und Verwahrung der Leiche in einem Metallkäfig. Wie es dazu kam, dass sich die württembergische „Ehrbarkeit“ in Gestalt des Joseph Süß Oppenheimer eines Sündenbocks entledigen konnte, zeigt seit Dienstagabend eine Sonderausstellung im Nürtinger Stadtmuseum, konzipiert von Professor Dr. Robert Kretzschmar, dem Präsidenten des Landesarchivs Baden-Württemberg.

Zur Einführung hielt die Historikerin Gudrun Emberger einen Vortrag über den Justizmord an jenem Mann, den die Nazi-Propaganda noch 300 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod unwidersprochen verunglimpfen konnte. Joseph Süß Oppenheimer war ein 1698 in Heidelberg geborener Kaufmann jüdischer Abstammung und nach verschiedenen Tätigkeiten im Handel und als Bankier 1732 in den Dienst des württembergischen Prinzen Karl Alexander getreten. Als dieser ein Jahr später Herzog geworden war, ernannte er Oppenheimer zum Repräsentanten des Landes im Handelszentrum Frankfurt am Main und machte den Juden zu seinem Hoffaktor, das heißt zu seinem Hauptlieferanten für Luxusgüter.

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