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Im Nachhinein

16.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Nachhinein

An dieser Stelle muss einmal eine ziemlich abgestandene Neuigkeit aufs Neue verkündet werden: Seit 1919 gibt es in Deutschland keinen Adel mehr. Die Weimarer Reichsverfassung hob die Adelsprivilegien auf, und seitdem werden zumindest auf dem Papier alle Deutschen gleich geboren. Adelstitel werden nicht mehr verliehen, sondern sind Bestandteile des Namens. Warum das hier steht? Weil oft genug die Nachfahren der ehemaligen Herrschaften betitelt werden, als gäbe es den Adel noch heute. Teile des Nachnamens wandern dann vor den Vornamen, als seien sie ein Titel, wie Doktor. Nehmen wir als Beispiel einen Herrn, der mehrfach durch sein flegelhaftes, wenig würdevolles Verhalten auffiel und sich damit nahtlos in die Tradition seiner Vorfahren zu Zeiten des Feudalismus einreiht: Ernst August Prinz von Hannover, nicht Prinz Ernst August von Hannover. Prinz von Hannover wehrt sich natürlich nicht gegen diese Verballhornung seines Namens, vielmehr lässt er sich gerne als Hoheit oder gar als königliche Hoheit ansprechen, wie es vor 1919 so üblich war. Auf diese Anrede hat der 1954 geborene Prinz von Hannover denselben Anspruch wie Lieschen Müller, nur dass die für eine solche Forderung herzlich ausgelacht würde.

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