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Nürtingen

Im geistigen Raum

06.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im geistigen Raum

Man muss nicht mit allen Wassern gewaschen sein, weil man Stowasser heißt, auch wenn das russische Wort Sto auf deutsch Hundert bedeutet. Der Name Stowasser deutet lediglich auf die Herkunft seiner Träger aus dem egerländischen Stabossen hin. Auch der in Nürtingen nicht mehr ganz unbekannte Künstler Friedensreich Hundertwasser wurde als Stowasser (Friedrich) geboren und signierte ab 1949 mit Hundertwasser. Einer ganz anderen Profession gehörte ein entfernt verwandter Vorfahr des Malers an. Gymnasiallehrer war Joseph Maria Stowasser, Latein und Griechisch seine Fächer. Bei Schülern macht man sich damit nicht unbedingt beliebt. Stowasser jedoch soll ein sehr umgänglicher Mann gewesen sein, wofür auch sein Hobby spricht: Neben der Arbeit an seinem heute noch in Anwendung befindlichen lateinisch-deutschen Wörterbuch liebte er es, griechische und lateinische Gedichte in seinen oberösterreichischen Dialekt zu übersetzen, wobei ihm das sogenannte Schnadahüpferl den rhythmischen Rahmen vorgab. Stowasser starb schon 1910 mit nur 56 Jahren. Also 18 Jahre vor der Geburt seines noch berühmteren Nachfahren, der es geschafft hat, bis zu seinem Tod am 19. Februar 2000 nicht nur durch seine farbenfrohen Bilder, sondern durch mindestens ebenso ausgefallene Bauentwürfe bekannt zu werden. 1994 kam es trotz der zeitlichen Hindernisse dennoch zu einer Begegnung der beiden, wenn auch eher im geistigen Raum: Friedensreich steuerte zu einem Nachfolgemodell von Joseph Marias Wörterbuch 100 (!) Umschlagsentwürfe bei. heb


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