Nürtingen

Gut gedengelt ist halb gemäht: Sensen-Wettmähen in Neckarhausen

17.05.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Während sich wohl die meisten Leute am Pfingstmontag über das nasskalte Wetter geärgert haben, den Teilnehmern beim Sensen-Wettmähen des Obst- und Gartenbauvereins Neckarhausen kam es eigentlich gerade recht. Denn wenn das Gras feucht ist, lässt es sich von Hand viel besser mähen. Und warm wird einem dabei auch. Zum zehnten Mal hatte der Verein zu dem kleinen Wettbewerb auf seiner Obstwiese eingeladen. Eine vier mal acht Meter große Parzelle galt es mit der Sense zu mähen. Möglichst schnell, aber auch möglichst sauber, denn für stehengebliebenes Gras gibt es Strafsekunden. Der OGV möchte damit dieses alte „Handwerk“ aufrechterhalten, sagt Schriftführer Rudi Brodbeck: „Wer mäht heute noch von Hand?“ Der Verein hat sich den Erhalt von Streuobstwiesen auf die Fahne geschrieben, und da gehört das Mähen der Wiesen ebenso dazu. Außerdem freut man sich über Besuch auf seiner Anlage. Vergangenes Jahr habe man mit 40 Zuschauern einen Besucherrekord verzeichnet, berichtet Brodbeck. Heuer waren’s bei Regen ein paar weniger. „Aber es kommen jedes Jahr neue Leute“, freut sich Vorsitzender Jürgen Kral (Bild). Auch wenn es für die erste Mahd fast noch zu früh war, kamen die zehn Teilnehmer ganz schön außer Puste. Zwischen sieben und neun Minuten wurden im Schnitt benötigt. Gottfried Zettl aus Altenriet schaffte es in zwei Minuten und 38 Sekunden als Schnellster. Mit der Sense mähen ist sein Hobby, erzählt er. Er ist Mitglied im Sensenmähverein Baden-Württemberg im Schwarzwald. Worauf es ankommt? Die Sense muss für die Größe des Benutzers richtig eingestellt sein, und die Schneidekante des Sensenblatts muss sauber gedengelt, also mit dem Hammer scharf geklopft sein, darf keine Wellen haben: „Sie muss scharf sein wie eine Rasierklinge“. rik

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