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Nürtingen

„Gesicht zeigen!“

06.02.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

NT-OBERENSINGEN (sun). Der evangelische Kirchengemeinderat von Oberensingen-Hardt und der katholische Ortsausschuss Oberensingen waren jüngst gemeinsam auf einer Tagung im Bernhäuser Forst. Es ging um die eigene konfessionelle Identität – und wie viel davon im ökumenischen Miteinander notwendig ist.

Der Referent, Pfarrer Stefan Hermann (zurzeit Leiter des Pädagogisch-Theologischen Zentrums in Stuttgart), führte seine 18-köpfige Zuhörerschaft mit einer spannenden Präsentation in die Geschichte Deutschlands mit seinen Religionskriegen und späteren Dunkelheiten während des Dritten Reichs – und zeigte auf, warum das staatliche Verhältnis zur Konfession hierzulande so ausgeglichen und dialektisch geprägt ist.

Die Religion solle weder den Staat bestimmen noch umgekehrt. Trotzdem müssten die Werte von Institutionen mit Leben gefüllt werden, daher das Subsidiaritätsprinzip, welches „Experten“ vor dem Staat den Vortritt lässt – zum Beispiel in Bezug auf Trägerschaft bei Schulen, Kindergärten oder Krankenhäusern.

Allerdings, so meinte Stefan Hermann, der auch Gemeinderat in Filderstadt ist, gerate dieser Umstand oft aus finanziellen Gründen immer mehr ins Hintertreffen. Daher müsse Kirche Gesicht zeigen.

Der zweite Tag war neben weiteren theologischen Inputs aus der Reformationszeit der Gemeindearbeit vor Ort gewidmet. Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Am Ende herrschte Einigkeit: „Dieses Wochenende hat die ökumenische Zusammenarbeit in Oberensingen weitergebracht.“

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