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Nürtingen

Gefährliches Privat-TV?

30.05.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(pw) Man kommt nach einem langen Tag heim, setzt sich vor den Fernseher, schaltet ihn ein – denn irgendetwas wird ja schon kommen, deshalb zappt man sich durch Dutzende Privatsender, vorbei an furchtbar schlecht gefälschten Polizeieinsätzen, über die zehnte Wiederholung von irgendeiner 08/15-Realityshow, bis man dann letztendlich bei „Bauer sucht Frau“ endet.

Eigentlich darf sich niemand darüber aufregen, denn jeder hat schon einmal so seine Zeit totgeschlagen. Wäre es aber nach einem der größten Politiker und Kanzler Deutschlands gegangen, wäre es nie so weit gekommen. 1979 fing nämlich die Verkabelung deutscher Großstädte durch Privatanbieter an, was aber in elf Städten prompt wieder gestoppt wurde – durch keinen anderen als den Kanzler selbst, Helmut Schmidt. Für Schmidt war Privatfernsehen eine Gefährdung der demokratischen Strukturen, auch sah er diese Bedrohung als akuter und gefährlicher als die Kernenergie, da die Bevölkerung so Interesse an wirklich wichtigen Sachen verliere. Damit war er nicht allein, viele andere Genossen, wie Justizminister Hans-Jochen Vogel, sahen in der drohenden Reizüberflutung die Gefahr, dass die Deutschen dadurch „muffig und sprachlos“ werden würden. Damit hatten sie recht, Privatfernsehen lullt seine Zuschauer mit Tonnen an hirnverbrannten Dokusoaps und Weiterem ein – bis sie eben „muffig und sprachlos“ sind.


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