Nürtingen

Erste Euro-Amerikaner

15.01.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(jg) Columbus war nicht der erste – schon rund ein halbes Jahrtausend zuvor hatten Europäer amerikanischen Boden betreten. Es gibt sogar noch sichtbare Beweise dafür. Nicht zuletzt deswegen dürfte die Unesco den kanadischen Nationalpark L’Anse aux Meadows als einer der ersten Objekte in ihre Liste des Welterbes aufgenommen haben. Für sie bildet die Region in Neufundland eine „Verknüpfung mit Ereignissen von universeller Bedeutung“.

Womöglich machte hier sogar Leifur Eiriksson, der Glückliche, der große isländische Entdecker, so um das Jahr 1000 herum Station. In Sagen aus des-sen Heimat wird von Kämpfen mit den Eingeborenen der neuen Welt (die hier Skraelinger genannt werden) berichtet.

Ob nun Eiriksson selbst oder „nur“ einige seiner Kumpels sich in der „Bucht bei den Wiesen“ (so die Übersetzung) niederließen, ist nicht bekannt und wohl auch nicht sonderlich erheblich. Die Archäologie kann indes beweisen: Skandinavier waren da, aber sie blieben nicht lange.

In den Resten der Schmiede fand man nur wenige Schlacken – und errechnete daraus, dass höchstens ein paar Kilo Eisen dort produziert werden sein konnten. Auch auf Waffen oder Wertgegenstände stieß man selten. Was die Wissenschaftler so werten, dass die Siedlung, die außer der Schmiede noch aus elf der für Island und Grönland typischen Grassodenhäusern bestand, relativ geordnet verlassen wurde.

Wohin diese ersten Euro-Amerikaner weiterzogen, ist unklar. Außer in L’Anse aux Meadows fand man bisher nirgendwo derlei Spuren.

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