Nürtingen

Drei Nächte für 80 Kilometer

30.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

In der Nacht von Freitag auf Samstag durchquerte ein Schwertransport Nürtingen. Der Konvoi aus zwei Tiefladern, einem Schub-Lkw und mehreren Begleitfahrzeugen war auf dem Weg vom Stuttgarter Hafen zu einem Zementwerk in Allmendingen. Insgesamt bringt die Fracht 265,7 Tonnen auf die Waage. „Wir brauchen drei Nächte für die knapp 80 Kilometer zum Ziel“, sagte Ulrich Böhmer, der die Tour für die Spedition Bohnet leitet. Die kürzere Landroute über den Plochinger Hafen sei nicht möglich gewesen, weil man die sperrige Fracht dort nicht habe verladen können. Die Teile, die später in einen Zementofen eingebaut werden sollen, konnten deshalb nur bis Stuttgart verschifft werden. Dort wurden sie auf die Spezial-Tieflader gepackt und über die B10 erst nach Nürtingen, das Tiefenbachtal hinauf und schließlich über die Beurener Steige auf die Schwäbische Alb gefahren. Wegen der Breite von acht Metern konnte der Transport auf der B 10 nicht überholt werden. „Wir sind schon etwas früher in Stuttgart losgefahren, um nicht zu viele Wasen-Rückkehrer aufzuhalten“, sagt Böhner. Der Stau hinter dem Transport sei trotzdem gewaltig gewesen. Richtig knifflig wurde die Strecke zwischen der Nürtinger Rümelinstraße und der Tiefenbachstraße. Damit die Gespanne durchkamen, mussten die Mitarbeiter für die beiden 45 Meter langen Fahrzeuge Verkehrsschilder und Ampelmasten entfernen. Damit Verkehrsinseln keinen Schaden nehmen, wurden sie vorsorglich mit Stahlplatten geschützt. Übernachtet hat der Konvoi schließlich auf einem Parkplatz am Ausgang des Tiefenbachtals zwischen Owen und Beuren. In der Nacht von Samstag auf Sonntag fuhr der Transport dann auf die Alb. Hier bekam die schwere Fracht noch einen weiteren Antrieb: Neben der 680 PS starken Zugmaschine gesellte sich der ebenso stark motorisierte Schub-Lkw dazu und sorgte dafür, dass die Ladung sicher die Steige hinaufkam. psa

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