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Nürtingen

„Diese Ehe ist keine Ehe gewesen“

28.01.2010, Von Günter Schmitt — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Vor dem Nürtinger Amtsgericht ging es um eine Scheinehe – Für den Angeklagten wurde die Liebe zum Trauerspiel

NÜRTINGEN. Den Begriff Scheinehe gibt es im Strafgesetzbuch nicht. Ist jemand der Scheinehe überführt, wird er in der Regel wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz verurteilt. Eine solche Ehe dient fast ausschließlich dem Erhalt einer Aufenthaltsgenehmigung. Wird eine solche Ehe geschlossen, wechseln fast immer um die 5000 Euro den Besitzer, wie schon verschiedene Verfahren erkennen ließen. Um eine Scheinehe, bei der es nicht um Geld ging, handelte es sich bei dem Verfahren, das jüngst das Nürtinger Amtsgericht beschäftigte.

Der Staatsanwalt brachte es im Falle des angeklagten Mannes auf den Punkt. „Liebe macht blind“, sagte er bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht. Zumindest ließ die Geschichte, die der 30-Jährige erzählte, eine gewisse Naivität erkennen. Er lernte die aus der Mongolei stammende junge Frau in einer Disco kennen. Sie war als Au-pair eingereist, nahm später ein Studium auf, brach es nach einiger Zeit jedoch wieder ab. Damit aber erlosch ihre Aufenthaltsgenehmigung. Eine Heirat konnte Abhilfe schaffen. Eine Woche nach dem Kennenlernen kam es zur Eheschließung. Das junge Paar ging mit dem Trauschein auf das Ausländeramt, das die Aufenthaltsgenehmigung erst einmal nur verlängerte.


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