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Die Badewanne

01.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(jg) „Kleine Möwe, flieg nach Helgoland“: Vor 120 Jahren plus einem Tag wäre sie noch nach Großbritannien geflogen. Dann kam ein historischer Tag. Das Vereinigte Königreich übergab das 1,7 Kilometer große Eiland, heute ein beliebtes Ausflugsziel, an das Deutsche Reich. Wahrlich nicht selbstverständlich, denn 1890 waren die beiden Weltmächte noch Erzfeinde. Ein solches „Geschenk“ war da alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

In Wahrheit bekamen die Deutschen ja auch gar nichts geschenkt. Sie mussten auch was dafür hergeben. Heute würde man sagen: Es handelte sich um einen Deal unter Supermächten. Gibst du mir Helgoland, geb ich dir Sansibar! Was übrigens stattliche 2654 Quadratkilometer groß ist. Um dieses Paradies im tropisch-feuchten Klima wäre es zwischen dem Empire und dem Kaiserreich um ein Haar zum Krieg gekommen. Die Briten wollten es nicht wegen der riesigen Bananen, Kokospalmen, Mangobäumen, Orangen, Mandarinen und Limetten, die schon damals weithin berühmt waren. Sondern wegen der strategisch wichtigen Bedeutung der Insel zwischen Ostafrika, Arabien und Indien. Ein ideales Territorium für die Seemacht Großbritannien. Und im Tausch für Helgoland bekam man sogar noch was: das Königreich Buganda am Victoriasee (weitgehend mit dem heutigen Uganda identisch).


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