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Der Vollstrecker

15.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(psa) Wer Rechnungen nicht bezahlt, den besucht bald der Gerichtsvollzieher. Mit einem Aktenkoffer bewaffnet steht er vor der Tür und treibt offene Forderungen ein. Dass sie dafür auch gerne größere Kaliber als Akten und Urkunden im Koffer hätten, daraus machen einige Vertreter dieses Berufsstandes keinen Hehl. Vielleicht ist das der Grund, warum bereits 14 der 566 Gerichtsvollzieher im Ländle ihren Dienst bewaffnet antreten.

Nun wollte ein weiterer Gerichtsvollzieher vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart erwirken, dass er einen Waffenschein bekommt. In jüngster Zeit hätten sich die Probleme bei der Durchsetzung von Zwangsvollstreckungen durch Androhung von körperlicher Gewalt und Beleidigungen, auch durch angetrunkene Schuldner, vermehrt, so das Argument des Klägers. Deshalb sei er erheblich gefährdet und müsse sich wehren.

Wenn ein Betrunkener randaliert, kann man mal eben kurz die Knarre ziehen und ihn so zur Räson bringen. Erzwungenes Einsehen durch Waffengewalt. Schließlich muss der Titel vollstreckt werden. Zumindest dem Kläger leuchtete diese Argumentation ein. Das Gericht erinnerten die Ausführungen am Ende doch zu sehr an Doku-Soaps aus dem Privatfernsehen und Actionfilme. Sie wiesen die Klage ab. Eine Zwangsvollstreckung solle zwar schnell und nachdrücklich, aber nicht „um jeden Preis“ durchgeführt werden.


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