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Nürtingen

Alemannenblut

04.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Alemannenblut

Als Herzogin Regelinda 958 das Zeitliche segnet, sind immer noch Spuren alemannischen Blutes in der Erbfolge des schwäbischen Herzogtums vorhanden. Zwar waren sowohl ihr erster Mann, Herzog Burchard II., wie auch dessen Nachfolger, der Konradiner Hermann I., fränkischer Abstammung, sie selbst jedoch war die Tochter eines gewissen Eberhard, der Graf im Zürichgau gewesen war und aus einer, wie es heißt, schwäbisch-alemannischen Adelsfamilie stammte. Als Regelinda, 949 zum zweiten Mal Witwe geworden, Äbtissin im Zürcher Kloster Fraumünster wurde, war ihre Tochter Ida bereits seit einem Jahr mit dem Sohn Ottos des Großen, Liudolf, verheiratet, der Hermann im Amt nachfolgte. Regelinda, nun als Herzoginmutter nicht eben gefragt, zog sich kurz vor ihrem Tod, wohl bereits an Lepra erkrankt, auf die im Zürichsee gelegene Insel Ufenau zurück, wo ihr Sohn Adalrich bereits ein Leben als Einsiedler fristete. In der Zwischenzeit war es rundgegangen im Reich. Liudolf hatte sich gegen seinen Vater verschworen gehabt und sich wieder mit ihm versöhnt, allerdings erst, nachdem dieser die Ungarn nach der Schlacht auf dem Lechfeld aus dem Reich getrieben hatte. Doch der zurückgekehrte Friede im Land dürfte den kleinen Leuten nicht allzu viel genutzt haben. Schließlich waren es immer die Bauern, die letztlich für die Händel ihrer Herren geradestehen mussten. Als sich 958 die Nachricht von Regelindas Tod im Ländle verbreitete, soll sich Nürti, in ehrlicher Trauer um die Nachfahrin, mehrmals im Grabe herumgedreht haben. heb


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