Leserbriefe

Zusammenarbeit mit Türkei einstellen

28.04.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf. Den Medien entnehmen wir, dass der türkische Ministerpräsident Davutoglu und auch Staatspräsident Erdogan sich heftig gegen die Äußerungen von Papst Franziskus verwahrten, die Türkei habe vor hundert Jahren Völkermord an der armenischen Volksgruppe begangen. Es ist jedoch historisch verbürgt, dass in der Türkei 1915 Hunderttausende von Armeniern vertrieben, misshandelt und umgebracht wurden. Der deutsche Pfarrer Johannes Lepsius hielt sich zu dieser Zeit in der Türkei auf und verbreitete über seine Freunde in Deutschland eine Broschüre, in der er die von ihm selbst gesehenen und erlebten Gräueltaten an den Armeniern beschrieben hat.

Die Verbreitung dieser Schrift wurde alsbald von Behörden in Deutschland verboten – schließlich war die Türkei in diesen Zeiten des Ersten Weltkriegs „Verbündeter“ des deutschen Kaiserreichs. Auch heute ist die Türkei unser „Verbündeter“ als NATO-Staat. Das Bündnis versteht sich (wie auf der Homepage unseres Verteidigungsministeriums nachzulesen ist) als „Wertegemeinschaft“ freier demokratischer Staaten. Offensichtlich sind es „Werte“, die mit Patriot-Raketen verteidigt werden können und die auch von der Bundesrepublik Deutschland anerkannt werden. Diese Raketen sowie 250 deutsche Soldaten wurden im Januar 2012 an der syrisch-türkischen Grenze in Stellung gebracht. Dadurch soll die Türkei, laut Staatspräsident Erdogan, vor Angriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien geschützt werden. Allerdings ist keine Bürgerkriegspartei in Syrien erkennbar, die derartige Angriffe durchführen will oder kann und die mit Patriot-Raketen abgewehrt werden können. Was also sollen unsere Soldaten dort unten wirklich? Es ist daher zu begrüßen, wenn die „Die Linke“ fordert „den Patriot-Einsatz sofort zu beenden und die militärische, geheimdienstliche und polizeiliche Zusammenarbeit mit Erdogan einzustellen“.

Leserbriefe

Die Stomleitung in den Boden verlegen

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Wohnungsbau im Gewann Wasserfall“ vom 13. Juli. „Zur Hochspannungsleitung halten wir dabei gebührend Abstand“, meint Stadtplanerin Schreiber bei der Vorstellung der Wohnbaupläne am Schelmenwasen. Diese Maßeinheit bedarf einer Präzisierung: Was ist…

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