Leserbriefe

Zurück zum alten Kopfbahnhof

25.06.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Müller, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Bahn-Aufsichtsrat fürchtet neues Milliardenloch“ vom 6. Juni. Jetzt kriegen wohl doch einige Verantwortliche für S 21 kalte Füße. Insbesondere die 20 Aufsichtsräte, darunter auch die drei Staatssekretäre als Vertreter der Bundesrepublik Steffen Kampeter (CDU), Michael Odenwald (CDU) und Brigitte Zypries (SPD) sowie weitere sechs vom Bund bestimmte Mitglieder unter Vorsitz des 69-jährigen Professor Utz-Hellmut Felcht und zehn Vertreter der Arbeitnehmer, unter anderen der stellvertretende Aufsichtsratschef und Vorsitzende der EVG, Alexander Kirchner. Offensichtlich haben die bisher alle die Märchen von Bahnchef Grube und Volker Kefer geglaubt, die gehören meines Erachtens zusammen mit Herrn Pofalla (früher Kanzleramtsminister) wegen Unfähigkeit sofort abgesetzt. Aufgabe des Aufsichtsrates ist die Kontrolle der Geschäftsführung und Abwendung von Schäden für das Unternehmen, insbesondere die Verhinderung unwirtschaftlicher Investitionen. Die einzige Lösung ist jedoch der Ausstieg, bevor es Ausmaße wie beim BER annimmt. Mit jedem Tag der Verlängerung machen sich Stadt und Land erpressbarer mit einer Bau-Ruine. Noch kann man den Kopfbahnhof wieder reparieren und sogar ertüchtigen, allerdings dann ohne die geplanten Baugebiete im Rosenstein-Park. Statt Mut zu zeigen und nach der Landtagswahl die Verträge einseitig als Land Baden-Württemberg zu kündigen, hat man sich über die sogenannte Umfrage herausgemogelt aus der Verantwortung. O-Ton Kretschmann damals: „Der Käs ist gessa“. Auch der grüne OB Kuhn, auf den man als Projektgegner gehofft hat, tut nichts.

Man hat den denkmalgeschützten Bonatz-Bau sowie das denkmalgeschützte Gebäude der Eisenbahndirektion teilweise abgerissen und verstümmelt und den Schlossgarten in eine Wüste verwandelt. Das lässt sich nicht mehr reparieren und wäre auch samt den weiteren zusätzlichen Kosten zu akzeptieren, wenn es sich bei S 21 um ein wirklich zukunftsfähiges Projekt mit positiven Auswirkungen auf den gesamten Nah- und Fernverkehr im Raum Stuttgart handeln würde. Das ist leider absolut nicht der Fall: Allein räumlich ist unterirdisch keine Erweiterung möglich und außerdem bleiben die Risiken zum Brandschutz, Gleisneigung und Barrierefreiheit sowie für das Thermalwasser und die Gipskeuperschichten beim Tunnelbau nach wie vor bestehen. Außerdem hat der sogenannte Haltepunkt weniger Kapazität als der alte Kopfbahnhof.

Am meisten ärgert es mich, dass ausgerechnet bei uns hier, den eigentlich sparsamen Schwaben, ein solch unsinniges Projekt überhaupt geplant werden konnte. Allerdings gibt es ja auch die sogenannten „Schwabenstreiche“.

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