Leserbriefe

Zur Dauerdiskussion über den Islam

13.02.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Ein zeitlos schöner Text von John Lennon wurde zu einem seiner berühmtesten Lieder: „Imagine“. Ins Deutsche lässt es sich nur mühsam übertragen, weil wir nur von „Himmel“ reden können, die englische Sprache aber zwischen Sky und Heaven unterscheidet. Das deutsche Verb „gehören“ meint sogar mehrerlei, ist nicht nur zwei-, sondern mehrdeutig. Je nach Zusammenhang.

Deswegen dreht sich der Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ wie auch die Diskussion darüber im Kreis. Je nach Bedeutungsschwerpunkt von „gehören“ sagt er verschiedenes. Von Besitz kann nicht die Rede sein, dass also eine Religion Eigentum von Deutschland wäre. Oder aber – nächste Bedeutung – gehört er etwa hierher, hat hier seinen Platz, so wie ein Puzzlestück genau hier und nicht anderswo hingehört? Oder ist er typisches Attribut, wie Lametta, das für manche auf den Christbaum gehört? Wohl auch nicht. Ist der Islam dann etwa erforderlich, nachgerade Voraussetzung für Deutschland, so wie ein Vergaser zum Benzinmotor gehört?

Übrig bleibt, und tatsächlich sinnvoll: Der Islam ist ein Teil – aber nicht von Deutschland, sondern unserer Gesellschaft. Der Satz „Der Islam ist Teil unserer Gesellschaft“ trifft zu und macht Sinn. Warum aber sagt man dann nicht so und übertritt sich den Fuß beim Stolpern über die Eigenarten unserer Sprache? Warum muss man so schwülstig daherreden? Täte es der gesellschaftlichen Wirklichkeit nicht gut, wenn auch ihre Repräsentanten sich sprachlich in ihr bewegten anstatt pathetisch zu schwurbeln?

Wem denn wäre etwas genommen, wenn man sagte „Der Islam ist Teil unserer Gesellschaft“? Als Religion, mit ihren Gepflogenheiten, mit Fremdartigem, aber auch mit Weltoffenem. Als persönliche Haltung, aber eben nicht als verfassungsstiftender Glaubenskatalog. Von unseren Repräsentanten, die für Deutschland reden, erwarte ich, dass sie sich nicht mit verschleiernden Gummisätzen durchmogeln. Das gehört sich nicht. Wem das wurscht ist, der gehört auf die Schulbank und sollte gehörig nachsitzen.

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