Leserbriefe

Wollen wir uns noch mehr verschulden?

23.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Müller, NT-Oberensingen. Es gibt Leute, die sagen: Ich bin für S 21, weil ich für den Fortschritt bin. Aber auch Atomkraftwerke galten mal als Fortschritt. Im Übrigen, Fortschritt für wen? Wenn Stuttgart 21 wirklich ein Jahrhundertprojekt wäre, dann käme es tatsächlich auf ein paar 100 Millionen Euro nicht an. Aber wollen wir wirklich für errechnete paar Minuten kürzere Fahrzeiten fünf oder sieben oder zehn Milliarden Euro ausgeben? Egal ob das Geld vom Bund oder vom Land oder von der Stadt kommt, es ist immer Geld, das nicht vorhanden ist. Wollen wir wirklich in dieser Zeit der globalen Finanzkrise für die kommenden zehn, wahrscheinlich 15 Jahre eine derartige Finanzlast aufnehmen?

Bisher haben alle Bahnprojekte wesentlich mehr als das Doppelte des Kostenvoranschlags gekostet. Jetzt müssen bereits die Italiener und neuerdings auch die Spanier für ihre Staatsanleihen sieben Prozent Zinsen anbieten. Unser Staat hat heute schon 1,7 Billionen Schulden, und da sind die Belastungen aus den Rettungsschirmen noch nicht dabei. Unsere Politiker sind schon stolz, wenn die Neu-Verschuldung etwas geringer ausfällt als im Vorjahr. Von einem ausgeglichenen Haushalt oder gar Schuldentilgung keine Spur. Noch profitiert die BRD vom guten Rating mit AAA und damit niedrigen Zinsen für die Staatsanleihen. Was passiert aber, wenn auch bei uns die Konjunktur zurückgeht? Dann geht vielleicht sogar unserem Staat das Geld aus und wir müssen genau so sparen, wie es unsere Regierung von den Griechen und Italienern verlangt. Es wird nicht immer weiter nach oben gehen und immer schneller, weiter, höher.

Nach jedem Konjunkturaufschwung folgt ein Abschwung. Diese Entwicklung konnte bisher noch nie aufgehalten werden, auch nicht mit noch so viel Geld, das man in den Markt pumpt. Wir müssen wohl alle unsere Ansprüche reduzieren und nicht alles Machbare muss gemacht werden. Sogar ein SPD-Mann hat gesagt: Dieses Projekt ist das dümmste nach dem Turmbau zu Babel. Ich bin für den Ausbau des Kopfbahnhofs. Das ist billiger, komfortabler und umweltfreundlicher und kann Stück für Stück durchgeführt werden und bietet die Verbesserung sofort und nicht erst in 10 oder 15 Jahren. Ich sage Ja zum Kopfbahnhof und damit zum Ausstieg aus dem Milliardenloch.

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