Leserbriefe

Wohnraum statt Hotelbetten

31.05.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Zum Artikel „Hotel mit Biergarten am Neckar“ vom 18. Mai. Von Ankara über Budapest bis Washington hört man neuerdings: Wir machen nur das, was das Volk will, und deshalb sind wir Mordsdemokraten. So auch im Nürtinger Gemeinderat: „Das ist es, was die Nürtinger wollen!“ Nämlich ein Hotel für Handlungsreisende und Tagungsbesucher, und am Neckar sitzen und einen heben. Um solch erhabene Vorstellungen umzusetzen, wird nun das schweineteure Konzept „Westlicher Neckar“ verstückwerkt und schon mit der ersten Maßnahme in die Tonne getreten.

Diese Stadtverwaltung und eine Mehrheit des GR kriegt seit mindestens zwei Jahrzehnten die Wohnungsnot im bezahlbaren Bereich nicht gebacken und beschäftigt sich stattdessen mit Hotels samt Villen für dickere Geldbeutel. In der Jury damals hat der Oberbürgermeister gemeint: „Jedes Mal, wenn ich die Neckarstraße entlang fahre, erlebe ich den Blick zur Schauseite der Stadt, und der bleibt durch die Schlitze zwischen den Punkthäusern gewahrt.“ Jetzt sieht man gar nix mehr. Im Trump-Sprech: Bad, very bad! So sad!

Bevor Nürtingen Übernachtungsmöglichkeiten braucht, braucht es bezahlbaren Wohnraum. Und jetzt, wo man zusätzlich noch Flüchtlinge unterbringen soll, herrscht konzeptionslose Geschäftigkeit mit Bauplätzen, die alles andere sind als dezentral: Stadtteil-Ghettos, angeblich dezentral, aber de facto konzentriert auf ein paar Häufen in handverlesenen Stadtteilen. Man kümmert sich um (bis jetzt unsichtbare) Neckarvillen, und stellt zum Ausgleich (sehr sichtbare) Container mitten in dichte Wohngebiete, und errichtet Sammelunterkünfte neben Friedhöfen.

Ein Stadtrat – fast immer derselbe – ärgert sich über Hotel-Bedenkenträger in den eigenen Reihen, wie man liest. Ich kenne diese Ecke, aus der das kommt. Dort hat man auch vor Jahren schon Asylsuchende als Wirtschaftsflüchtlinge herabgewürdigt. Was „die“ Nürtinger wollen, weiß ich nicht. Aber ich weiß, was viele Nürtinger wollen: Endlich wieder wählen, Bürgermeister, Gemeinderat, Oberbürgermeister. Ab Frühjahr 2019 ist es so weit. In dieser Reihenfolge.

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