Leserbriefe

Wo helfen die Reichen beim Sparen?

15.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Martin Urban, Neckartenzlingen. Zum Artikel „Ein Gebot der Fairness“ vom 12. Juni. „Man kann nicht sparen, ohne dass es jemand spürt“, bemerkt der CDU-Politiker Hennrich und hat damit im Grunde auch recht. Warum jedoch sollen fast ausschließlich Beamte, Hartz-IV-Empfänger und Eltern unter den Sparbeschlüssen leiden?

Die Wähler haben ja längst akzeptiert, dass es kein „Freibier für alle“ (so Guido Westerwelle) mehr gibt, sie erwarten jedoch eine gerechte Lastenverteilung. Wo also bleibt der Sparbeitrag der Spekulanten, Banken und der rund 435 000 Millionäre in Deutschland? Das letzte Wort kann hier noch nicht gesprochen sein, Herr Abgeordneter!

Ganz offensichtlich hat sich jedoch inzwischen auch bis zum letzten Hinterbänkler herumgesprochen, dass „grundsätzlich“ nicht ausschließlich bei den Ärmsten gespart werden kann, die vom CDU-Parlamentarier genannten ergänzenden Sparbeiträge sind jedoch absolut unzureichend und damit untauglich.

Die Heizkosten werden sich durch den schwachen Euro und den deshalb rasch ansteigenden Ölpreis recht schnell wieder deutlich verteuern, „gesparte“ Rentenbeiträge für Arbeitslose führen in kürzester Zeit zu Einnahmeverlusten von etwa 1,8 Milliarden bei der Rentenversicherung, und ganz selbstverständlich werden die Fluggesellschaften die höheren Kosten vor allem an all jene weitergeben, die einmal im Jahr in Urlaub fliegen. Vernünftige Sacharbeit, wie von Herrn Hennrich im Artikel erwähnt, sieht jedenfalls ganz anders aus.

In Deutschland wird keine Vermögensteuer mehr erhoben, reiche Erben werden geschont und die Spitzensteuersätze wurden in der Vergangenheit mehrfach deutlich gesenkt. Auf diesen Feldern sind gerade von CDU-Abgeordneten wie Herrn Hennrich jedoch offenbar keine wirklich nennenswerten Veränderungen gewollt.

Da mögen führende Koalitionspolitiker wie Angela Merkel und Guido Westerwelle von Fairness und Ausgleich reden, wie sie wollen. Fakt ist: Sie lügen. Und noch schlimmer: Sie wissen das.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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