Leserbriefe

Wo bleibt das Gespür für Eltern-Interessen?

07.10.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Christa Wolf, Oberboihingen. Zum Artikel „Neues Kinderhaus kann nun gebaut werden“ vom 4. Oktober. Alles freut sich, alles lacht: die Gemeinde hat es geschafft! Endlich können sie nun das Kinderhaus am Warnenberg bauen. Vermutlich haben die Verantwortlichen schon Dutzende Rechtsstreite mit Eltern führen müssen, die den Rechtsanspruch auf Betreuung ihres Kindes einklagten. Die 260 Kindergartenplätze, die zurzeit in Oberboihingen vorhanden sind, reichen ja bei Weitem nicht aus. Das Provisorium, das auf dem Pausenhof der Kirchrainschule gebaut wurde, kann die Neuanmeldungen wohl kaum bewältigen. Oder geht es bei dem neuen Kinderhaus darum, die kleinen im Ort verteilten Kindergärten zu schließen und einen zentralen Kindergarten am Ortsrand zu schaffen, in dem die Kinder dann besonders billig verwahrt werden können? Das sehen die Eltern natürlich gern.

Auch die Zufahrt über die Reuderner Straße ist perfekt. Den Friedhof erreicht man dann vom Kinderhaus schneller als die Ortsmitte. Gab es keinen Platz für ein noch größeres Kinderhaus, der eventuell noch weiter vom Ortskern entfernt ist? Dann könnte die Kommune alle Kindergärten schließen und die dann frei werdenden Bauplätze mit riesig großen Wohnhäusern zubauen. Dass das Provisorium danach als Mensa für die Hunderten von Ganztagsschülern verwendet wird, die von der hohen Qualität des Essens begeistert sind, ist natürlich auch ideal. In der Kirchrainschule gibt es ja auch sonst keinen Platz, da die vielen Haupt- und Werkrealschüler alle Räume belegen.

Zum Schluss möchte ich auch noch die überaus gute Planung und Anbindung der Bushaltestelle vor der Turnhalle loben; sicher ist jetzt die Haupt- und Werkrealschule gerettet und alle strömen nach Oberboihingen. Vor allem sind die Leute sehr angetan, die von Nürtingen nach Wendlingen wollen und noch vorher eine Sightseeingtour durch Oberboihingen machen dürfen, um dafür eine spätere S-Bahn zu nehmen.

Ein Gespür für das Gemeinwohl, insbesondere der betroffenen Personen, zum Beispiel der Eltern, Anwohner des Kirchrains und der Steigstraße, ist bedauerlicherweise nicht gegeben. Getreu dem Wahlspruch: Natur erhalten – Umwelt schonen. Die Tennisplätze lassen grüßen.

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Nahverkehrsabgabe statt Schwarzfahren

Erwin Sass, Nürtingen. Zum Artikel „Schwarzfahrer – Sperren nicht umsetzbar“ vom 19. Oktober. Eine einfache Lösung wäre zum Beispiel den Solidaritätszuschlag abzuschaffen, stattdessen eine Art Nahverkehrsabgabe einzuführen, die dann auch jeder zahlen muss (auch die Schwarzfahrer) ob er will oder…

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