Leserbriefe

Will man berechtigte Einwände abwimmeln?

20.06.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Erika Czuday, Nürtingen. Zum Artikel „Die Diskussion wird neu aufgerollt“ vom 18. Juni. Am 16. Juni habe ich mit einigen Bekannten und vielen unbekannten Bewohnern des Roßdorfs die Bauausschusssitzung besucht. Es waren erstaunlich viel junge Leute da, aber der größte Teil war mittleren und höheren Alters. Der Sitzungssaal war überfüllt. Bei der Eröffnung der Sitzung berichtete unser werter Oberbürgermeister, dass mit Krawallen zu rechnen sei und deshalb der Tagesordnungspunkt sieben, unter anderem die Bebauung der Nanz-Wiese im Roßdorf mit kostengünstigem Wohnraum, um der zunehmenden Zahl von Menschen in Wohnraumnot zu helfen, in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verlegt werde.

Zur Beruhigung der Anwesenden sagte er, dass „heute keine Entscheidung fallen“ werde. Er versprach gegebenenfalls eine Bürgerversammlung im Roßdorf. Daraufhin verließ der Großteil der Anwesenden den Sitzungssaal. Grundsätzlich ist das ein wichtiges Anliegen.

Ich vermisse bei der bisherigen Vorstellung, dass die baulichen Gegebenheiten dieses speziellen Grundstücks berücksichtigt worden sind. Nirgends findet Erwähnung, dass die Wohnanlage direkt unter einer Hochspannungsleitung gebaut werden soll, von der bekanntermaßen eine Gefahr von Elektrosmog ausgeht. Bereits gebaute Häuser können davor leider nicht mehr geschützt werden.

Ich finde es menschenverachtend, dass Menschen in Wohnraumnot einer solchen gesundheitlichen Belastung bis Gefahr ausgesetzt werden sollen. Ich wünsche den Entscheidungsträgern, dass sie dort wohnen, direkt unter einer Hochspannungsleitung, bei feuchtem Wetter das anhaltende Sirren der Hochspannungsleitung hören müssen und immer damit rechnen können, dass bei einem Unwetter ihnen die Hochspannungsleitung auf das Dach fällt. Ich möchte mir nicht ausmalen, was dann passieren kann.

Leider ist es so, dass wir auch in Deutschland immer mehr mit Unwettern, Orkanen und Windhosen rechnen müssen und damit auch, dass Naturgewalten sich wenig darum scheren, ob ein Gebiet nachverdichtet wurde und Menschen im direkten Bereich einer möglichen Gefährdung wohnen. Mein Appell an die Gemeinderäte: nachdenken.

Des Weiteren finde ich es diskriminierend, dass besorgte Einwohner des Roßdorfs in die braune Ecke gestellt werden. Soll so Stimmung gemacht werden gegen einen Teil der Kernstadt und seine Einwohner, der sowieso schon seit langer Zeit und unbelehrbar als sozialer Brennpunkt diskreditiert wird? So kann man berechtigte Einwände gut abwimmeln.

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