Leserbriefe

Wie geht es weiter mit dem Hölderlinhaus?

23.04.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Alfred Dürr, Nürtingen. Die Stadtverwaltung (Kulturamt und Gebäudewirtschaft) wird gebeten, bis zu den Sommerferien für das Hölderlinhaus einen Umbauplan A vorzulegen, denn es ist nur noch kurze Zeit (vier Jahre) hin zu dem großen städtischen, kulturellen Ereignis 2020, Hölderlins 250. Geburtstag. Nürtingen als Hölderlinstadt! Es käme einem Schildbürgerstreich gleich, wenn Nürtingen im Festjahr 2020 nichts anderes als das herunter gekommene Hölderlinhaus der gesamten Weltöffentlichkeit zu bieten hat (nur eine kleine Hinweistafel außen und innen die VHS). Dies wäre gleichsam ein Armutszeugnis und ein Skandal für unsere Kulturstadt Nürtingen, die auf der anderen Seite bei jedem Anlass mit Hölderlin hausieren geht und ihn als Namensgeber „Hölderlinstadt“ missbraucht.

Der Umbauplan B, nämlich das Hölderlinhaus vorrangig für Volkshochschule (massiver Umbau und Aufstockung für Büro- , Verwaltungs- und Nebenräume, circa 550 Quadratmeter), aber gegen den Gestaltungsbeirat der Stadt Nürtingen und gegen den Verein Hölderlin-Nürtingen umzufunktionieren, ist wie bekannt am Haushalt der Stadt Nürtingen gescheitert. In diesem kulturhistorischen Kleinod könnte zum Beispiel ein zentrales, modernes Museum für Friedrich Hölderlin (Leben und Werke) entstehen, mit Ausstellungsräumen (für seine Jugendfreunde Schelling und Hegel), mit einem Museums-, Kultur-, Künstler- und Tagescafé, wo man mit anderen Besuchern oder Interessenten über „Gott und die Welt“ bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Hölderlinwein sprechen kann.

Wichtig ist auch ein Philosophisches Café mit Veranstaltungsräumen als „Zukunftswerkstatt“ , in dem nicht nur Hölderlins Gedenken, sondern auch die Aktualität seiner Schriften und seiner Philosophie gelebt wird. Auch die beiden anderen Hölderlin-Städte (Lauffen am Neckar und Tübingen) rüsten sich und bauen ihre Museen zu diesem denkwürdigen Jahr 2020 um. Dem Zeitgeist entsprechend werden sie auch Künstler-Cafés in ihre Museen einbauen. Selbst die Stadt Stuttgart will ihr Museum im Hegelhaus modernisieren, da auch der Dichter und Denker Georg Wilhelm Friedrich Hegel ebenso wie Hölderlin 1770 zur Welt kam.

Leserbriefe

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