Leserbriefe

Werte werden in die Tonne getreten

16.10.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieter Hiemer, Neckartailfingen. Zum Leserbrief „Vorurteile gegenüber Asylbewerbern?“ vom 8. Oktober. Zunächst war ich erfreut, aber auch ein wenig irritiert, dass bei mir zu „Flüchtlinge und Eigentum“ nur große Zustimmung ankam. Ich war schon in Sorge, ob Gutmenschen und Sozialromantiker wohl ausgestorben sind. Dass dem nicht so ist, zeigt der Leserbrief. Mir ist wohl bekannt, dass Brandstiftungen Verbrechen sind. Bedenklich habe ich mich auf die Tatsache bezogen, dass diese Straftaten jetzt auch schon hier bei uns begangen werden, wo die doch bislang nur im Osten der Republik stattfanden.

Auch weiß ich, dass das Asylrecht im Grundgesetz verankert ist. Rütteln darf man daran allerdings schon. Unser frei gewähltes Parlament könnte dies tun. Die Genehmigung für das Zubereiten von Schweinebraten war kein schlechter Witz, sondern ein bitter ernst gemeinter, ironisch verpackter Hinweis darauf, dass in diesem Land nichts mehr unmöglich erscheint. Viel zu viele unserer Werte sind bereits in die Tonne getreten worden. Was der Schreiber mit Hammamet, Frankreich und amerikanischer Unterhaltungsindustrie sagen will, erschließt sich mir nicht. An allen dreien habe ich kein Interesse. Ob das Essen beim Griechen preiswerter ist, als schwäbische Küche bleibt dahin gestellt. Außerdem sind deutsche Wirte auch äußerst freundlich.

Über den Brenner bin ich tatsächlich schon oft gefahren, wenn auch die Reisen dann immer in Südtirol enden. Das wiederum aber hat rein gar nichts mit der infamen Unterstellung, meine Vorfahren hätten von „dreckigen“ Italienern gesprochen, zu tun. Um die letzte Einlassung des Schreibers zu beantworten: Dass ich fremde Kulturen in meinem Haus nicht haben möchte, mag für einen Linksorientierten unverständlich sein, ist aber immer noch meine ureigenste Angelegenheit. Nur noch vier Prozent wollen keine Obergrenze des Flüchtlingskontingents, heißt im Umkehrschluss, 96 Prozent sagen, es reicht. Seehofers Kurs hat mit 90:10 in Umfragen (NTV und Bild) gegenüber dem der Kanzlerin den Vorzug erhalten. Und dennoch setzt Merkel ihre verhängnisvolle Politik fort. Rechtsstaatlichkeit schließlich sollte der Leserbriefschreiber zu allererst von denen einfordern, die unser Land überrennen und unsere Gesetze ignorieren.

Wenn morgens 140 Menschen in eine Auffangstation einrücken und abends sind nur noch vierzehn davon da, stellt sich die Frage, wo sich die fehlenden 126 aufhalten. Es drängt sich dabei die Vermutung auf, dass es sich um Wirtschafts- und nicht um Kriegsflüchtlinge handelt. Die Sache läuft vollends aus dem Ruder, wenn Mutter Angela nicht bald zur Besinnung kommt. Weil der Bürgermeister von Hardheim Benimmregeln aufgestellt hat wird er von einer Minderheit, die, warum auch immer, das Regiment führen darf, verteufelt.

Leserbriefe

Schon vergessen? Das ist keine Alternative

Andreas Melcher, Frickenhausen. Zum Leserbrief „Postfaktisch und die Arbeit der Presse“ vom 14. Januar. Niemand muss sich wundern, dass der Begriff „postfaktisch“ mit „Lügenzeit“ gleichgesetzt wird. Genauso ist das nämlich von der Gesellschaft für Deutsche Sprache gemeint. Wer damit ein Problem…

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