Leserbriefe

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil

19.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wolfgang Rieger, Köngen. Zu den Artikeln „Schmiedel warnt vor hohen Kosten bei S-21-Ausstieg“ und „Wahlkämpfer Kretschmann“ vom 12. November. Falsches wird nicht dadurch wahr, dass es ständig wiederholt wird. So funktioniert Gehirnwäsche, wie wir sie aus Gott sei Dank vergangenen Epochen kennen. Das ist aber die Methode der Firma Schmiedel und Schmid sowie des Leitartiklers Jörg Hamann, die wider besseres Wissen den Bürgern unverdrossen Ausstiegskosten von 1,5 Milliarden Euro weismachen wollen. Und wenn Kretschmann diese Lüge als Unsinn bezeichnet, dann ist das eine ausgesprochen wohlwollende Formulierung.

In der von Hamann erwähnten gutachterlichen Stellungnahme der Wirtschaftsprüfergesellschaften zur Schlichtung steht wörtlich: „Unter den Ausstiegskosten versteht die DB AG . . . negative Effekte im Zusammenhang mit Grundstücken, bereits vereinnahmten und zurückzuzahlenden Beträgen . . .“ Die Gutachter geben hiermit klugerweise die Meinung der Bahn wieder und nicht ihre eigene, genau wie SMA beim Stresstest. Diese negativen Effekte für die „Rückabwicklung Grundstücksverkäufe von 2001“ betragen laut Gutachten 758 Millionen Euro. Das ist der Wert der Summe, die die Bahn 2001 von der Stadt bekommen hat für einen Grundstücksverkauf, der erst Jahrzehnte danach wirksam werden sollte. Zum Glück wird dieser Deal platzen, dann muss die Bahn die Morgengabe der Stadt eben wieder herausrücken.

Diese faktische Darlehensrückzahlung als Kosten zu deklarieren, kann ich nur als gezielte Böswilligkeit interpretieren, denn so dumm können die Herren nicht sein. Zieht man diese Summe korrekterweise von den 1,5 Milliarden Euro ab, dann bleiben 742 Millionen übrig, und das ist die Obergrenze der Ausstiegskosten nach Lesart der Bahn. Hermann nennt dagegen nur 350 Millionen. Zwischen diesen beiden Zahlen liegt daher die Wahrheit. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Den Bürgern rate ich, sich nicht belügen zu lassen!

Leserbriefe

Ist Utopie auch am Neckar erlaubt?

Dorothea Röcker, Nürtingen. Zum Artikel „Infoveranstaltung zur Gartenschau“ vom 2. November. Eine Landesgartenschau ist ein zukunftsweisendes Projekt und muss deshalb ganzheitlich gedacht werden, wenn sie Entwicklungsprozesse in Gang setzen soll. Das Thema „Grüne Stadt am Fluss“ war schon immer…

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