Leserbriefe

Wer ist der Veranstalter?

05.11.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Matthias Kohn, Aichtal-Grötzingen. Zum Artikel „Parteipolitisches Taktieren“ vom 26. Oktober. In der Gemeinderatssitzung fragte der Fraktionsvorsitzende der Aichtaler Liberalen Bürger/FDP, Dieter Weiler, zu Recht, ob schon wieder Wahlkampf sei. Eine Initiative der Stadt Aichtal wird hier parteipolitisch missbraucht, um auf sich aufmerksam zu machen. Auch wenn bis zur nächsten Wahl (26. Mai 2019) noch ein bisschen hin ist. So sind die Grünen mittlerweile bekannt dafür, irgendwelche Themen, die in ihr Konzept passen, aufzugreifen und aktiv zu werden, um dann fließend in den Wahlkampf einzusteigen. Eine Art „warmlaufen“ wie man das von alten Dieseln kennt.

Bürgermeister Kruß mag man nun nicht unterstellen, dass er die Grünen in ihrem Vor-Vor-Wahlkampf durch seine Anwesenheit unterstützt – eine selbstkritische Reaktion in der Sitzung wäre angebracht gewesen. Den Verdacht des beginnenden Wahlkampfes müssen sich die Grünen gefallen lassen. Warum wird der Vorsitzende der Landtagsfraktion eingeladen? Weil er aus Kirchheim kommt und nach eigenen Angaben die Umgebung um Kirchheim mit seinen Streuobstwiesen gerne genießt? Dies wäre eine sehr schwache Erklärung.

Wenn nun die Stadt Aichtal Werbung für ihr Konzept machen möchte, so ist die Stadt der Veranstalter und sollte sich eher fachliche Kompetenz holen. Vielleicht von anderen Mitgliedern des Ausschusses für ländlichen Raum. Arnulf Freiherr von Eyb (CDU) könnte sicherlich aus seinem Wahlkreis Hohenlohe berichten, was man anders oder besser machen kann, eher als jemand, der „ums Hauseck“ wohnt und Ähnliches vor seiner Haustür sieht, was er im Aichtal vorfindet. Stephen Brauer (Schwäbisch Hall) oder Klaus Hoher (Bodenseekreis) – beide FDP – hätten aus ihrer Region Informationen beisteuern können. Die Verteidigungsversuche des Bürgermeisters, dass sich niemand auf Flyer und Banner hin gemeldet habe, könnte auch einfach am Termin oder der Art der Werbung oder dem müden Lächeln von Nicht-Streuobstwiesenbesitzern begründet sein. Auch ist nicht außer Acht zu lassen, dass die Streuobstinitiative merklich erst im dritten Jahr – wovon in einem Jahr die Ernte ausfiel – wahrgenommen wird und Veranstaltungen dieser Initiative noch nicht so sehr im Fokus der Menschen sind. Oder werden diese Veranstaltungen abgelehnt, weil die Grünen bisher suggeriert haben, dass sie der treibende Motor seien und man mit „denen“ nichts zu tun haben will? Warum wird eigentlich die Streuobstbörse noch von den Grünen betrieben und nicht von der Streuobstinitiative? Diese Frage darf BM Kruß gerne in die nächste Gemeinderatssitzung mitnehmen – oder vielleicht stellt sie der bereits in Ungnade gefallene Stadtrat Dieter Weiler. Eines ist jedoch sicher – die Demission Weilers wäre das falsche Signal. Im Gegenteil – jetzt erst recht.

Leserbriefe

Ist Utopie auch am Neckar erlaubt?

Dorothea Röcker, Nürtingen. Zum Artikel „Infoveranstaltung zur Gartenschau“ vom 2. November. Eine Landesgartenschau ist ein zukunftsweisendes Projekt und muss deshalb ganzheitlich gedacht werden, wenn sie Entwicklungsprozesse in Gang setzen soll. Das Thema „Grüne Stadt am Fluss“ war schon immer…

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