Leserbriefe

Wer blendet hier denn wen?

28.08.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hartmut Schewe, Aichtal-Neuenhaus. Zum Artikel „Merkel und Putin nähern sich an“ vom 20. August. Beim Lesen der Schlagzeile war ich sehr erleichtert, stellte sich doch sofort die Hoffnung ein, im Kanzleramt mache sich endlich Vernunft breit, statt den USA ständig hinterher zu dackeln. Weit gefehlt. Der Artikel besteht überwiegend aus einer peinlichen Auflistung sehr vieler Propagandalügen des Westens, allen voran die angebliche Annexion der Krim, wobei der Westen ständig das vorangegangene Referendum „vergisst“, das eine 96-prozentige Zustimmung für Russland brachte! Die Krimbewohner wussten ganz genau, weshalb sie sich für Russland entschieden! Sie hatten das Wüten Kiewer Soldateska vor der Haustür erlebt! Lüge und Unterdrückung von Tatsachen sind unverzichtbar, denn nur so können USA/Nato davon ablenken, dass sie es waren, die den Kalten Krieg wiederbelebten. Die Ursünde war die absprachewidrige Osterweiterung der Nato! Damit begann alles! Offensichtlich hatten die USA ihr Wort gegeben, nur um es zu brechen. Damit haben sie nicht nur die Russen angelogen, sondern wahrscheinlich auch die eigenen „Verbündeten“. Die Verfasserin sollte sich mal um ihre erheblichen Wissenslücken kümmern.

Jetzt mal zu einem Beispiel, was US-Regierungen unter „Bündnispartnern“ verstehen. Nordstream 2 ist für Trump ein Rotes Tuch. Warum? Bereits Obama hatte das Fracking erlaubt. Das ist ein äußerst umstrittenes Verfahren, bei dem hochgiftige Chemikalien in aufgegebene Öl- oder Gasfelder gepresst werden. Anschließend können Öl, Gas und Gift gefördert werden. Und das wollen die USA in Europa, vor allem Deutschland verkaufen. Damit würden gleich mehrere Ziele erreicht: viel Geld würde in die extrem verschuldeten USA fließen – Deutschland würde noch abhängiger werden – Russland würde durch den US-Handelskrieg noch schwerer getroffen – die friedenssichernde Annäherung zwischen Russen und Deutschen würde schwieriger. Diese Pluspunkte für die USA wären für Europa dicke Minuspunkte. Besonders der Kauf von US-Gas wäre ökonomischer und ökologischer Schwachsinn. Zuerst müsste eine milliardenschwere Infrastruktur aufgebaut werden. Unter hohem Energieaufwand müsste das Gas bei minus 160 Grad verflüssigt und während des Transports über den Atlantik gehalten werden. Das US-Gas wäre damit doppelt so teuer wie das russische. Und wer bezahlt das am Ende? Genau! Es geht doch nix über liebe, selbstlose Freunde.

Leserbriefe

Ist Utopie auch am Neckar erlaubt?

Dorothea Röcker, Nürtingen. Zum Artikel „Infoveranstaltung zur Gartenschau“ vom 2. November. Eine Landesgartenschau ist ein zukunftsweisendes Projekt und muss deshalb ganzheitlich gedacht werden, wenn sie Entwicklungsprozesse in Gang setzen soll. Das Thema „Grüne Stadt am Fluss“ war schon immer…

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