Leserbriefe

Weniger Verkehr auf die Schiene durch S?21

28.10.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Peter Främke, Neckartailfingen. Zum Artikel „Grube setzt auf das Wort des Ministerpräsidenten“ vom 20. Oktober. Bahn-Chef Rüdiger Grube brauchte 300 geladene Gäste beim „Fischer-Dübel-Forum“, um wieder einmal das Märchen von „mehr Verkehr auf die Schiene durch S 21“ zu erzählen: 49 Züge und niemals mehr kann der Engpassbahnhof im Tunnel nach dem bahneigenen Stresstest gerade eben schaffen.

Die „Ingenieure 22“ haben wenige Tage nach diesem Vortrag ein Gutachten für den bestehenden Kopfbahnhof vorgestellt und darin gezeigt, dass S 21 nicht mehr, sondern sogar weniger Verkehr auf die Schiene bringen würde: Das renommierte Verkehrsplanungsbüro Vieregg und Rössler aus München hat gerichtsfest nachgewiesen, dass der bestehende Kopfbahnhof schon jetzt 56 Züge statt 49 bei S 21 abwickeln kann. Warum erzählt Herr Grube seinen willigen Zuhörern also, dass er mehr als fünf Milliarden ausgeben will, um nach mehr als zehn Jahren Baustellenchaos dann nur noch 49 Züge in der Spitzenstunde fahren zu lassen? Wieso ist das mehr Verkehr und wieso Zukunft?

Der 56-Züge-Kopfbahnhof kann übrigens mit geringen Baukosten sogar noch erweitert werden und im Gegensatz zu S 21 immer noch barrierefrei einen integralen Taktfahrplan bewältigen.

Ein weiteres Märchen sind die sogenannten Ausstiegskosten von 1,5 Milliarden. Davon erhält die Stadt Stuttgart erst mal die Hälfte, weil sie der Bahn schon 459 Millionen für die Gleisgrundstücke bezahlt hat, obwohl diese erst in 15 Jahren frei würden. Dieses Steuergeld muss die Bahn einschließlich Zinsen zurückzahlen: Das sind dann 750 Millionen Euro, mit denen die Stadt Stuttgart schnell etwas Vernünftiges finanzieren kann. Aber das sind keine Ausstiegskosten, sondern Steuergelder, die von der einen in die andere Tasche fließen.

Auch die übrigen Positionen in der spärlichen Aufstellung von Herrn Grube sind sehr zweifelhaft und können sicherlich vor Gericht geklärt werden. Dabei wären dann auch die 1,5 Milliarden Einsparungen zu erwähnen, die der Bahn zugeflossen sind, weil in den letzten Jahren in Stuttgart die erforderlichen Investitionen zur Erhaltung des Bahnhofs und der Gleisanlagen unterblieben sind.

Mit dem „Ja zum Ausstieg“ in der Volksabstimmung und der dann folgenden Kündigung der Finanzierungsverträge kann sehr schnell Schluss sein mit dem Irrweg S 21. Die restlichen Klärungen vor Gericht sind dann sicherlich das kleinste Übel.

Leserbriefe

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Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Neckarufer-Bebauung auf Eis gelegt“ vom 14. Februar. Mit großer Freude las ich vom Beschluss des Gemeinderats, sich doch wieder auf die Seite der Bürger zu stellen und den Platz auf dem Melchior-Areal bis auf Weiteres so zu belassen. Investoren sind eben…

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