Leserbriefe

Wenig Verständnis für die Angehörigen

23.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sylvia Kern, Nürtingen. Zum Artikel „Möhren auf dem Grab, warum nicht?“ vom 17. November. In dem Interview mit Bestatter Peter Wilhelm wird der Umgang der Bestatter mit Angehörigen Verstorbener angesprochen. Nicht nur die Bestatter spielen eine wichtige Rolle nach dem Tod eines Menschen, auch Behörden könnten etwas mehr Humor und Offenheit vertragen.

Im Sommer dieses Jahres verstarb mein Vater. Er hat sich vor seinem Tod nicht nur mit dem Sterben, sondern auch mit seiner Trauerfeier und allem, was danach kommt, sehr intensiv auseinandergesetzt. Leider stieß unser Wunsch, meinen Vater so lange wie möglich bei uns zu Hause zu behalten und ihn zusammen zu versorgen und in den Sarg zu betten, nicht bei allen Bestattern, mit denen ich Gespräche führte, auf Gegenliebe. Meine Suche nach dem passenden Bestatter fand ihr Ende in Degerloch bei Barbara Rolf. Das größte Problem sollte uns aber im Friedhofsamt der Stadt Nürtingen bevorstehen. Im Vorfeld hatten wir schon abgeklärt, dass mein Vater seine Trauerfeier, obwohl er nicht mehr in Nürtingen wohnte, auf dem Waldfriedhof abhalten kann. Dafür mussten wir nachweisen, dass mein Vater ehemaliger Nürtinger ist. Warum man, um eine Halle zu mieten, in Nürtingen gewohnt haben muss, konnte uns nicht erklärt werden. Wohlgemerkt benötigten wir keine Grabstelle auf dem Friedhof, sondern nur die Aussegnungshalle für die Trauerfeier, die ganz nebenbei bemerkt mit Kühlraum knapp 700 Euro kostet. Des Weiteren wurden wir von der Mitarbeiterin des Friedhofsamtes darauf hingewiesen, dass wir „die Formalitäten über einen unserer Nürtinger Bestatter Firma Riempp oder Firma Kühne klären“ müssten. Eine Direktakquise über das Friedhofsamt ist für diese Firmen sicher schön, spart den Amtsmitarbeitern Arbeit, ist aber, finde ich, eine fragwürdige Praktik. Auch unserer Bestatterin wurde auf Nachfrage geantwortet, dass „ein Bestatter vor Ort (haben Dauerzulassung, Schlüssel, kennen sich mit dem Ablauf und den Räumlichkeiten aus)“ das Ganze zu erledigen habe.

Frau Rolf hat es dann mit beharrlicher Freundlichkeit geschafft, der Mitarbeiterin Informationen über den in Nürtingen üblichen Ablauf zu entlocken, kam aber nicht umhin, noch einen der ortsansässigen Bestatter zu kontaktieren. Am Todestag meines Vaters war im Friedhofsamt zu allem Übel alle Vorbereitung vergessen. Unsere Bestatterin wurde aufs Unfreundlichste gefragt, wer denn sie nun sei, warum keine ortsansässige Firma zuständig sei und abgeklärt sei hier nichts.

In dem angesprochenen Artikel wird erwähnt, wie wichtig eine Vorbereitung sein kann. Nur schade, dass diese dann durch solche Situationen komplett auf den Kopf gestellt wird. Vielleicht kann die Verwaltung in Nürtingen mit unserem neuen OB auch in diesen Bereichen etwas mehr Bürgernähe entwickeln. Es wäre allen Menschen in ähnlichen Situationen zu wünschen.

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