Leserbriefe

Wendlingen und Gottesdienste

09.07.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Horst Matt, Wendlingen. Zum Leserbrief „Weniger als 20 im Gottesdienst“vom 6. Juli. Der Leserbrief von Frau Bodenhöfer aus Nürtingen enthält einige Aussagen, die nur dadurch gemacht werden konnten, weil Frau Bodenhöfer natürlich die örtlichen Verhältnisse nur ungenügend bekannt sein können. Es geht beispielsweise nicht darum, den Neubau eines Gemeindezentrums zu verzögern, sondern den Abriss unseres Gotteshauses zu verhindern.

Dass nur sehr wenige die Gottesdienste besuchen, hat verschiedene Gründe. Einmal ist heutzutage der Kirchgang in Deutschland und anderen europäischen Ländern im Allgemeinen sehr dürftig, in Wendlingen spielen die hiesigen Vorkommnisse eine besonders bedeutende Rolle, weil eine große Anzahl von evangelischen Mitgliedern das Vertrauen zur Kirche und ihren Vertretern verloren hat und die Gottesdienste in Wendlingen bewusst meiden.

Dieser Zustand könnte nur dadurch gebessert werden, wenn Kirchengemeinderat und Pfarrer sich ein Beispiel an anderen Gemeinden nehmen würden, wo Jugendarbeit, Gemeindepflege, geistliche Arbeit mit Freude und Engagement betrieben werden und wo die Gemeindemitglieder vor wichtigen Entscheidungen gehört werden und nicht alles getan wird, um die Gemeinde zu zerstören.

Dass der Glockenturm erhalten werden soll, liegt nicht daran, dass man eine Erinnerung an die zum Abriss geplante Johanneskirche bewahren möchte, sondern dass die Antennen am Turm Geld bringen und ein Abriss des Turms dagegen viel Geld kosten würde und die Stromversorgung für die umliegenden Gebäude, die jetzt im Turm untergebracht ist, eine neuen Platz bräuchte.

Wären die Pläne für ein neues Gemeindezentrum (und der Plan, ein Behindertenheim auf dem Grundstück der Johanneskirche errichten zu wollen) vorher mit der Gemeinde besprochen oder wenigstens öffentlich gemacht worden, hätte man rechtzeitig, mit Zustimmung der Gemeinde Entscheidungen treffen können, die auch von den Unterboihinger Gemeindegliedern akzeptiert werden könnten.

Es soll auch kein moralischer Druck auf irgendjemanden ausgeübt werden. Es ist Aufgabe der Stadt und ihrer Gremien, Stadtplanung zu betreiben und geplante Neubauten zu genehmigen – mit allem was dazugehört wie zum Beispiel genügend Parkplätze und Grünanlagen.

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