Leserbriefe

Wendlingen soll nicht teuerstes Bad werden

13.03.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Inge Göltenboth, Wendlingen. Zum Artikel „Protest der Schwimmer zeigt Wirkung“ vom 11. März. Wir Protestler sind alle Freunde des Freibades und eifrige Benutzer. Wir schätzen es sehr, dass wir hier in Wendlingen ein so schönes Bad haben. Wir wollen aber nicht, dass es von „einem der schönsten Freibäder des Landes“ zu einem der teuersten Freibäder im Umkreis wird. Uns allen ist die prekäre Finanzlage der Kommunen bekannt, und dass in Wendlingen das Geld fehlt, vor allem seit dem letzten Vinzenzifest, weiß inzwischen auch jeder. Vor allem protestieren wir gegen die Informationspolitik, besonders was die zukünftigen Eintrittspreise betrifft.

Es ist durchgesickert, dass es keine Saisonkarten mehr gibt, die Familienkarten entfallen sollen, der Eintritt durch eine Geldwertkarte abgebucht werden und der Einzeleintritt zwischen 2,90 und 3,50 Euro kosten soll.

Viele von uns haben seit Jahren eine Saisonkarte gekauft und waren täglich beziehungsweise mehrmals wöchentlich beim Schwimmen, und das bei Wind und Wetter. Für sie bedeutet das eine Preissteigerung von 300 Prozent! Das wollen wir nicht hinnehmen. Es gibt aber auch einige Bürgerinnen und Bürger, die aus Solidarität jährlich ihre Saisonkarte gekauft haben und sie nicht wirklich ausgenützt haben. Aber ihnen war das Freibad und sein Erhalt wichtig. Dass es zu einer Preiserhöhung kommen wird, das akzeptieren viele der in der Gemeinderatssitzung Anwesenden, aber nicht in dieser Höhe. Viele sind bereit, 100 bis 120 Euro für die Saisonkarte zu bezahlen. Außerdem sollte der Stadtrat bedenken, dass bei den geplanten Preisen viele aus den umliegenden Gemeinden abwandern werden in andere Freibäder (Denkendorf, Deizisau, Wernau, Kirchheim, Nürtingen). Es ist also überhaupt nicht sicher, ob es zu den gewünschten und erhofften Mehreinnahmen kommen wird. Vielleicht geht der Schuss nach hinten los.

Von Nürtingen ist bekannt, dass auch sie auf eine Geldwertkarte umstellen. Dort kosten 50 Eintritte 70 Euro für Erwachsene und 35 Euro für Kinder/Jugendliche (Internetrecherche). Das wäre auch für Wendlingen eine akzeptable Lösung. Das wäre immerhin eine Preissteigerung von 100 Prozent für einen Vielschwimmer.

Wir fordern vom Stadtrat eine klare und rechtzeitige Informationspolitik, Transparenz bezüglich der Eintrittspreise, die Bereitschaft, die eigenen Vorstellungen kritisch zu überdenken, den Willen vieler Bürger ernst zu nehmen und notwendige Preissteigerungen im Rahmen zu lassen.

Zur Einsparung von Personal im Freibad gibt es Argumente, die es auch wert sind, bedacht zu werden. So fallen Arbeitsplätze (für Frauen) weg, es gibt keine persönlichen Ansprechpartner mehr, die Sozialkontakte, vor allem zu Älteren und Kindern, werden fehlen, es gibt keine Kontrollen mehr in den Duschen und keine Ansprechpartner, wenn etwas verloren geht.

Leserbriefe

Gar kein großartiges Bahnprojekt

Klaus-Dieter Tempel, NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Nach Wandas Taufe beginnt die Arbeit“, vom 7. Oktober. Mit großer Begeisterung der regionalen Prominenz wurden am Albvorlandtunnel die Bohrmaschinen getauft. Die Wendlinger Geistlichkeit beider großen Konfessionen hat sich für diesen Missbrauch…

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