Leserbriefe

Wen vertreten die Politiker?

27.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf, Pressesprecher „Die Linke“. Zum Artikel „Die Bahn ist noch unpünktlicher als in den letzten Jahren“ vom 19. September. Der Bahnkunde hört’s mit Verärgerung und sucht sich schon mal ein zweites Paar Socken und einen zusätzlichen Pullover aus dem Schrank. Er kann genauso wenig erwarten, dass diese Bahn im kommenden Winter ihre Züge ordentlich heizt, wie sie auch die angemessene Klimatisierung derselben im vergangenen Sommer nicht hinbekommen hat, von der Pünktlichkeit ganz zu schweigen. Ebenfalls wird es der Bahn nicht möglich sein, für den Personen- und Güterverkehr notwendige Verbesserungen umzusetzen. So erklärte MdB Ulrich Maurer (Die Linke): „Jetzt ist die Katze aus dem Sack. In Ramsauers neuem Fünfjahresplan fehlen auf einmal die Elektrifizierung der Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen–Lindau, der Ausbau des Bahnknotens Mannheim und die neue Strecke von Mannheim nach Frankfurt. Nur beim sinnlosen Prestige-Projekt Stuttgart 21 gehen die Bauarbeiten voran. Damit beweist Anti-Verkehrsminister Ramsauer, dass ihm freies Bauland für die Wirtschaft wichtiger ist als der Bahnverkehr in der Region!“

Maurer spricht dabei zutreffend den schlimmsten Sündenfall in der Verkehrsplanung an, der darin bestand, die Bahn zu privatisieren. Privatisierung bedeutet, allein den Profit zum Maßstab wirtschaftlichen Handelns zu machen. Privatisierung bedeutet, im Interesse des Profits die Interessen der Bahnnutzer und der Umwelt hintenanzustellen.

Die „Deutsche Bundesbahn“ in der Bundesrepublik und die „Deutsche Reichsbahn“ der DDR waren einmal im Besitz der Allgemeinheit und wurden nach der Wende fusioniert. Beide Bahngesellschaften wurden mit Steuergeldern der Bürger gebaut und instand gehalten. Jetzt ist die „Deutsche Bahn AG“ privatisiert und wartet darauf, Investoren zur Generierung weiterer Profite vorgeworfen zu werden. Der Steuerzahler, dem man „seine“ Bahn weggenommen hat, hat dafür natürlich keinen irgendwie gearteten Ausgleich bekommen. Im Gegenteil, er darf für ständig schlechter werdende Leistungen der Bahn ständig höhere Preise bezahlen. Der Steuerzahler muss damit rechnen, dass er auch für Stuttgart 21 draufzahlen wird – daran verdienen tun andere. Jeder Politiker muss daran gemessen werden, ob er die Mehrheit der Steuerzahler und Bahnfahrer vertritt – oder die „Anderen“.

Leserbriefe

Hochwasserschutz in Neckartailfingen

Sebastian Kurz, Neckartailfingen. Zum Artikel „Mit höheren Einnahmen Schulden getilgt“ vom 4. Oktober. Dem Artikel habe ich entnommen, dass der Gemeinderat zum wiederholten Mal den mangelnden Hochwasserschutz in der Gemeinde Neckartailfingen kritisiert und die Verwaltung zum Handeln aufgefordert…

Weiterlesen

Weitere Leserbriefe Alle Leserbriefe