Leserbriefe

Welche Art von Jobs?

06.02.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jochen Findeisen, Schlaitdorf, Pressesprecher Attac Nürtingen. Zum Leserbrief Entscheidung mit Fakten vom 30. Januar. Aktionen gegen den Genmaisanbau der Fachhochschule, Widerstand gegen die Bebauung des Großen Forstes, massiver Protest gegen die Ausweitung des Golfplatzes Hammetweil zeigen, dass die Bürger unserer Region nicht weiter bereit sind, Eingriffe in unsere Umwelt im Interesse einiger weniger hinzunehmen. Nicht von ungefähr finden sich in diesen Initiativen Bürger zusammen, deren Reallöhne seit Jahren sinken und deren Renten sich nicht nach oben bewegen. Menschen, die hart arbeiten oder auf ein arbeitsreiches Leben zurückblicken. Arbeitnehmer, denen im Interesse des Erhalts ihrer Arbeitsplätze ein Höchstmaß an Flexibilität abgefordert wird, akzeptieren es nicht mehr, dass die Politik in gewohnter Unflexibilität verharrt. Die immer gleichen Argumente überzeugen niemanden mehr und Arroganz erzeugt Empörung.

Der Bürger lässt sich nicht mehr einlullen, sondern wird sehr hellhörig, wenn zum Beispiel Herr Kunzmann (CDU) erklärt, alles ginge seinen geregelten Gang. Derartige Aussagen führten oft dazu, dass der Bürger eines Tages gesagt bekam: Alles entschieden, alles beschlossen, es gibt keine Alternative! Es mag ja sein, dass im Falle Großer Forst bei Verhandlungen mit einem Investor Diskretion vereinbart wurde aber dann darf man nicht auf der anderen Seite erklären, durch die Erstellung eines Industriebauwerkes würden Arbeitsplätze geschaffen. Leider haben wir heute die unterschiedlichsten Formen von Arbeitsplätzen und nicht alle sind sozialpolitisch erwünscht. Wer kann ausschließen, dass im Großen Forst Minijobs entstehen oder von weither angereiste Leiharbeiter tätig sind? In beiden Fällen werden die entsprechenden Arbeitnehmer wenig Geld in Nürtingen liegen lassen.

Wer kann ausschließen, dass der Investor kurz nach seiner Ansiedlung anderswo bessere Renditechancen sieht und die Stadt Nürtingen ihre liebe Not mit einem Großen Forst hat, der dann zumindest als Ackerland nicht mehr zur Verfügung stünde? Es sollte sehr sorgsam geprüft werden, ob statt Großinvestoren nicht eher konsumentennahe Kleinunternehmen für Standorte in der Region interessiert werden sollten, die sich in vorhandene Strukturen einfügen und stabile Arbeitsplätze anbieten. Attac Nürtingen unterstützt die Initiativen gegen den Genmaisanbau der Fachhochschule, gegen das Zubetonieren des Großen Forstes und gegen die Umwandlung eines auch archäologisch wertvollen Waldes in einen Golfplatz. Attac fordert alle Bürger auf, der Politik klarzumachen, dass Bürgerinteressen an einer intakten Umwelt in der Region Priorität haben.

Leserbriefe

Verkehrsprobleme werden nicht gelöst

Raimund Popp, Nürtingen. Zum Artikel „Der Sieger kommt aus der Schweiz“ vom 20. September. Bevor die Umsetzung der Bahnstadt beginnt, muss der Kreuzungsknoten beim Amtsgericht nachweislich gelöst werden. Eine kleine Übersicht zum Plan der Bahnstadt: alle östlichen Häuser direkt an den…

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