Leserbriefe

Weiterhin Protest mit Tränen in den Augen

21.02.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hans Müller, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Schlossgarten geräumt – jetzt fallen die Bäume“ vom 16. Februar. Morgens um 3 Uhr hat im Dritten Reich die Gestapo die Volksfeinde aus den Betten geholt und deportiert. Morgens und 3 Uhr werden auch jetzt noch die Asylanten, die keine Anerkennung erhalten, abgeholt. Morgens um 3 Uhr wird bei uns im Ländle die Polizei, verstärkt sogar aus anderen Bundesländern, eingesetzt, um die angeblichen Rechte eines Staatsunternehmens, nämlich der DB, durchzusetzen. Irgendwie hat man dabei doch das Gefühl, dass man das Tageslicht eher scheut.

Mit Wut im Bauch und Tränen in den Augen registriere ich die Bilder in Zeitung und Fernsehen über die Zerstörung am Bahnhof und im Park in Stuttgart. Nun sind sie also weg, die Leute mit ihren Zelten im Park, die die Bäume schützen wollten und vielen anderen ein Ärgernis waren. Man hat ihnen vorgeworfen, sie verschandelten den Park. Jetzt ist dann auch der Park weg in diesem Bereich und das Betreten für den Normalbürger verboten!

Angeblich sind diese Arbeiten jetzt dringend erforderlich, um des zügigen Baufortschritts willen. Allerdings fehlen immer noch wichtige Voraussetzungen für den eigentlichen Baubeginn mit den Ausschachtungsarbeiten, weil die Regulierung des dort anstehenden Grundwassers weder in der neuen Version genehmigt noch gebaut ist. Erst nach dessen Fertigstellung kann dann mit dem Probelauf begonnen werden. Des Weiteren ist aber auch als Allererstes die Umleitung des Nesenbaches, der ja bekanntlich, allerdings seit langem unterirdisch, durch den Stuttgarter Talkessel zum Neckar hin verläuft, durch einen Düker zu bauen. Dafür hat die Bahn bisher noch keinen Bau-Unternehmer gefunden, der die dabei entstehenden Risiken zu übernehmen bereit ist. Es ist wie schon bisher: Es werden Fakten geschaffen, um das Projekt unumkehrbar zu machen.

Für mich hat sich auch mit Volksbefragung und Stresstest bisher nichts verbessert bei dem ganzen Projekt und ich werde es mir auch nicht nehmen lassen, weiterhin dagegen zu protestieren wie viele andere auch. Und zwar so lange, bis das unsinnige Projekt Stuttgart 21 endgültig scheitert. Und dass es scheitert, vielleicht auch erst in ein/zwei Jahren, ist für mich so sicher wie das Amen in der Kirche.

Leserbriefe

Wir brauchen Parteien, die Mut machen

Patrik Müller, Beuren. Zum Artikel „Die DNA der früheren CDU“ vom 15. September. Frau Kosova kann man zu ihrer gelungenen Integration in Deutschland nur gratulieren. Ich kann allerdings überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich eine aus Usbekistan stammende Frau mit jüdischen Wurzeln, die in…

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