Leserbriefe

Weiter Weg bis zur Energiewende

09.01.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Zum Artikel „Kanzlerin appelliert an Bürgersinn“ vom 3. Dezember. Mit dem neuen Superminister Gabriel und der Jahresvorausschau der Kanzlerin wird auch die Energiepolitik wieder aktuell. Der aus populistischen Gründen erfolgte Schnellschuss zur Energiewende hat seine Erwartungen nicht erfüllt. Kein Land der Erde, nicht einmal das direkt betroffene Japan, hat so hysterisch auf die Tsunami-Katastrophe wie Deutschland reagiert. Panik statt nüchterner Sachlichkeit und bedächtiges Abwarten beherrschte die BRD. Den Preis dafür bezahlen wir bereits.

Wir haben die höchsten Stromkosten in Europa, fast doppelt so hoch wie in Frankreich. Unsere Industrie muss durch Strompreisrabatte gestützt werden, wenn sie auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig sein will. Das ist übrigens der EU ein Dorn im Auge. Es ist einiges falsch gelaufen. Strom ist ein flüchtiger Geselle und seine Speicherung ein schwieriges und kostspieliges Unterfangen. Deshalb steht und fällt die Ökostromversorgung mit der Speicherungsmöglichkeit über Stauseen. Auf diesem Sektor ist in letzter Zeit nicht das Geringste geschehen und nennenswerte Objekte stehen nicht einmal ansatzweise zur Verfügung. In wenigen Stunden wäre die vorhandene Kapazität verbraucht beziehungsweise leergelaufen.

Es bringt nichts für die Stromversorgung, wenn zu den bereits vorhandenen 23 000 Windrädern weitere 20 000 bei Flaute stillstehen oder die mit 108 Milliarden subventionierten Fotovoltaikanlagen – um einen Quadratkilometer erweiterte Fläche – in der winterlichen Dämmerung keine Leistung abgeben. In der nebligen Flautenwoche nach dem Sturmtief waren es die konventionellen Kraftwerke allein, die Deutschland mit Strom versorgten. Im Interesse unseres Landes möge der neue Minister eine glücklichere Hand bei der Lösung dieses Problems besitzen, einen klaren Kurs vorgeben und mit dem Gewurstel aufhören.

Für kontinuierliche Stromversorgung auf Ökoart sind diese Maßnahmen erforderlich: Solaranlagen, die das Land bei Windflaute versorgen; Windkraftanlagen, die nachts und bei Nebel Strom liefern; Speicherbecken, die einspringen, wenn bei Dunkelheit Windstille herrscht; das Hochfahren der konventionellen, in teurer Bereitschaft liegenden Kohlekraftwerke, wenn die Speicher leer sind und nachts Windstille herrscht. Es ist noch ein weiter Weg bis zur Energiewende.

Leserbriefe

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