Leserbriefe

Weder klug noch vernünftig

17.11.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus-Dieter  Tempel,  NT-Neckarhausen. Zum Artikel „Eine Jahrhundertchance für die Stadt“ vom 8. November. Hier präsentierten sich eine Dame und zehn Herren mit Plakaten pro S 21. Auf drei Plakaten wird auf die angeblich enormen Ausstiegskosten aus S 21 in Höhe von 1,5 Milliarden Euro verwiesen. Wie diese Rechnung zustande kommt, habe ich noch nirgends gelesen. Sie ist glatt über den Daumen gepeilt und soll abschreckend wirken. Die Projektgegner haben aber sehr wohl einigermaßen präzise vorgerechnet, dass es höchstens um 350 Millionen geht. Deshalb nenne ich die 1,5 Milliarden die Ausstiegslüge.

Im Text wird Herr Bachofer zitiert mit der Aussage, der Ausstieg sei „die größte Geldverschwendung aller Zeiten im Ländle“. Das ist eine eigenartige Behauptung, denn die Modernisierung des Kopfbahnhofs würde trotz Ausstiegskosten um ein Vielfaches günstiger werden als der Tunnelbahnhof mit zwei Tunnelröhren von je 33 Kilometer Länge. Verschwendung ist, wenn ich etwas teures Neues anschaffe für etwas gutes Altes, das sich mit wesentlich weniger Kosten auf einen zeitgemäßen und den Bedürfnissen entsprechenden Stand bringen lässt. Dazu sind die Kosten für S 21 unkalkulierbar hoch, denn weder die Bürgermeisterin, Frau Grau, noch die zehn Herren wollten sich darauf festlegen lassen, dass S 21 „nur“ 4,5 Milliarden kosten würde. Deshalb ist die Weiterverfolgung dieses Projekts ein unverantwortlicher Umgang mit öffentlichen Mitteln und die eigentliche Verschwendung.

Und wem soll damit gedient sein außer denen, die daran verdienen? Mag sein, dass einige Reisende schneller ans Ziel kommen würden, wir Nürtinger aber auf keinen Fall schneller nach Esslingen und Cannstatt, wenn wir in Wendlingen in die S-Bahn umsteigen müssen. Und die täglich circa 110 000 Reisenden im Stuttgarter Hauptbahnhof müssten sich dann auf vier schmäleren Bahnsteigen drängeln, als es die jetzt acht Bahnsteige sind.

Frau Grau und die zehn Herren haben wohl noch nie gesehen, was auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof los ist bei ankommenden und abfahrenden Zügen. Sie sind sicher alle sehr klug, doch Klugheit und Vernunft bilden nicht immer eine Einheit. Zu behaupten, wie schon geschehen, auf S 21 ruhe der Segen Gottes oder bei einem Ausstieg aus S 21 hätten wir nichts, ist weder klug noch vernünftig.

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