Leserbriefe

Wechselndes Vertrauen

14.02.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Sem Schade, Wendlingen. Zum Leserbrief „Endlich stehen die Menschen auf“ vom 9. Februar. Ich bin froh, dass sich Herr Ackermann noch über mehr Themen aufregen kann als nur das Flüchtlingsthema. Die wissenschaftliche Fachwelt ist sich über die Sachlage einig. Keiner der 107 Ärzte des Anti-Grenzwert-Papiers hat selbst an Luftschadstoffen geforscht, einige haben nicht mal einen medizinischen Hintergrund. So sind beispielsweise ein ehemaliger Diesel-Entwickler von Daimler und ein Informatiker als Autoren des Papiers eingetragen.

Von den 4000 Mitgliedern der DGP sind nur circa 100 dem Aufruf des Initiators gefolgt und haben das Papier unterzeichnet. Der größte Fachverband von Lungenärzten stellt klar, dass Luftschadstoffe zu den bestuntersuchten Substanzen gehören und die Risiken durch rund 70 000 Publikationen eindeutig belegt sind. Herr Ackermann bezeichnet es als abenteuerlich und skandalös, die „geballte wissenschaftliche Meinungsäußerung von über 100 Fachärzten zu ignorieren“, während er ebenjenes bei einer vielfach größeren Anzahl von Wissenschaftlern mit mehr Fachkompetenz tut. Da muss man sich das Lachen schon verkneifen, zumal er „tief graben müsse, um das Niveau der Dieselgegner zu erreichen“.

Ich stimme zu, dass das Land nicht mehr das ist, was es einmal war. Der Verstand, differenziert zu betrachten und die Wissenschaft zu nutzen, war schon bei mehr Menschen ausgeprägt. Und nicht nur dann, wenn es gerade in die eigene Welt passt. Beim Klimawandel hören die Populisten nicht auf 97 Prozent der Wissenschaftler, aber wenn 100 Leute mit einer zufälligen Promotion dieselbe Ansicht vertreten, hört man wieder darauf. Wenn man der Wissenschaft nicht mehr glauben will, wem denn dann? Wer kennt sich besser aus als Leute mit hoher Kompetenz, welche teils über Jahre an ein und derselben Sache forschen? Die Technik, andere Menschen zu diffamieren oder populistisch verdrehte Unwahrheiten zu erzählen und dann diejenigen, die sich dazu äußern, als gestochenes Wespennest zu bezeichnen, vernichtet jede faire Diskussionsgrundlage und ist eher in schulischen Umgebungen anzutreffen. „Persönliche Angriffe lassen Rückschlüsse auf das Demokratieverständnis zu“, schreibt er und bezeichnet die Diskussionsgegner als die „Grüne Pest“. Ist das Satire?

Leserbriefe

Nürtingen sollte die Chance nutzen

Maike Pfuderer, Stuttgart. Zum Artikel „Neckarufer-Bebauung auf Eis gelegt“ vom 14. Februar. Mit großer Freude las ich vom Beschluss des Gemeinderats, sich doch wieder auf die Seite der Bürger zu stellen und den Platz auf dem Melchior-Areal bis auf Weiteres so zu belassen. Investoren sind eben…

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