Leserbriefe

Wasserstoff versus Elektroantriebe

01.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Klaus Seeger, NT-Zizishausen. Zum Artikel „IHK-Chef: Nicht nur auf das Elektroauto setzen“ vom 7. November. Nachdem nun nach Wasserstoff auch die synthetischen Kraftstoffe als Retter unserer Verbrennungstechnologie gegen die Elektroantriebe ins Feld geführt werden, müssen wir uns dazu ein paar Fakten ansehen. Als Ausgangspunkt unserer Betrachtung unterstellen wir, dass die Grundlage der Kraftstoffe aus 100 Prozent erneuerbarem Strom besteht. Ein batterieelektrisches Fahrzeug wird also diesen Strom in einer Batterie speichern (Verlust circa zehn Prozent) und mittels Elektromotor in Bewegung (weitere zehn Prozent Verlust) umsetzen. Somit werden 81 Prozent des ursprünglichen Stroms zur Fortbewegung genutzt. Erzeugen wir aus dem Strom zunächst Wasserstoff, entsteht bereits ein Verlust von circa 30 Prozent. Das Gas muss auf 700 bar verdichtet und gespeichert werden (circa zehn Prozent Verlust). Eine Brennstoffzelle wandelt den Wasserstoff wieder in Strom um (circa 35 Prozent Verlust), der bekannte Elektromotor (zehn Prozent Verlust) setzt den Strom in Fortbewegung um. Somit werden etwa 37 Prozent in Fortbewegung umgewandelt.

Manche Ideen fußen auf der Annahme, man könne doch den Wasserstoff auch direkt in einem Verbrennungsmotor einsetzen. Dann ersetzen wir die 40 Prozent Verlust von Brennstoffzelle und Elektromotor durch den Verlust eines Verbrenners von circa 65 Prozent. Somit werden noch 22 Prozent des ursprünglichen Stroms in Fortbewegung umgewandelt. Nun kommt eine zusätzliche Umwandlung dazu, nämlich die Erzeugung synthetischer Kraftstoffe aus Wasserstoff, was die Umwandlungsverluste zusätzlich erhöht. Überflüssig darauf hinzuweisen, dass dies nicht der zukunftsfähige Weg sein kann.

Grundlage dafür wäre, dass erneuerbarer Strom in nahezu unbegrenzter Menge zur Verfügung steht, damit man ihn verschleudern kann. Dies ist auf Sicht nicht der Fall. Synthetische Kraftstoffe aus Methan herzustellen wurde von der Politik verworfen. Der Bau von Biogasanlagen ist nahezu zum Stillstand gekommen. Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien wird von der großen Politik nicht mehr im erforderlichen Maß unterstützt. Also auch hier Fehlanzeige. Mit neuen Kraftstoffen und deren Verbrennung wird es also in vielerlei Hinsicht nicht gehen.

Leserbriefe

Nicht nur gegen die AfD demonstrieren

Eugen Wahl, Nürtingen. Zum Artikel „Ein Austausch um jeden Preis?“ vom 8. Dezember. Es hat sage und schreibe anderthalb Jahre gedauert, bis der Fachrat für Interkulturelle Zusammenarbeit (FIZ) endlich zur Kenntnis genommen hat, dass der vom Oberbürgermeister, dem Integrationsbeauftragten, dem…

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